Was genau ist eigentlich ein Finanzplan? - ein Beispiel (Teil 1)

Aktualisiert: 21. Okt.

Das Ziel einer Finanzplanung ist es ein Verständnis für die eigene finanzielle Situation zu entwickeln und basierend darauf eine detaillierte Handlungsstrategie herzuleiten. Aus diesem Grund ist der Finanzplan in unserer Beratungspraxis eines unserer Kernelemente.


Doch wie sieht so ein ausformulierter, individueller Finanzplan eigentlich aus? Welche Aspekte werden beachtet? Und wie werden die Handlungsempfehlungen daraus abgeleitet?


Im Folgenden geben wir Ihnen per (gekürzten) Fallbeispiel einen Einblick in unsere Vorgehensweise. Der Finanzplan ist dabei aufgeteilt in drei größere Abschnitte:

1) Einleitung und die Erfassung der individuellen Bedürfnisse

2) Ausgangssituation

3) Ruhestandsplanung


In diesem Beitrag geht es um das erste Kapitel. Am Ende dieses Beitrags finden Sie die gesamte Datei zum Download.




1. Einleitung 1.1. Planungsgrundsätze und Annahmen Grundlage dieser Finanzplanung ist eine Bestandsaufnahme der derzeitigen Vermögens-, Vorsorge- und Risikosituation. Ausgehend von den im Rahmen der Datenerfassung angegebenen Zielen und Wünschen erfolgt eine Hochrechnung der Entwicklung der jeweiligen Situationen. Es erfolgt eine Überprüfung, ob die angegebenen Ziele und Wünsche verwirklicht werden können bzw. was zu tun ist, um sie zu verwirklichen.

Der vorliegende Finanzplan basiert, neben Ihren vorgegebenen Informationen, auf den nachfolgenden Annahmen:

Beachten Sie bitte, dass es sich bei den hier dargestellten Prognosen um Vorsteuerwerte handelt. Sind Ausschüttung oder Wertsteigerungen noch zu versteuern, so fällt die Nachsteuerrendite entsprechend geringer aus. Dies haben wir in den Planungen berücksichtigt.

Die aufgezeigten Entwicklungen im Rahmen dieser Finanzplanung basieren auf der heute geltenden Rechtsprechung sowie der aktuellen Gesetzeslage. Abweichungen der tatsächlichen Situation von der aufgezeigten Entwicklung sind durch Änderungen von Gesetzgebung und Rechtsprechung, aber auch durch außerordentliche und aus heutiger Sicht nicht absehbare persönliche und wirtschaftliche Einflüsse und Ereignisse möglich.

Alle in dieser Finanzplanung dargestellten Prognosen und Hochrechnungen werden umso unsicherer, je weiter sie in der Zukunft liegen. Aus diesem Grund sollte der Plan, wie eingangs schon erwähnt, in regelmäßigen Abständen den aktuellen gesamtwirtschaftlichen und individuellen Gegebenheiten in Form eines „Updates“ angepasst werden.

1.2. Persönliche Daten und aktuelle Situation Sie sind am 30.03.1968 geboren und leben auf Ihrem eigenen Bauernhof. Dieser ist zum Teil vermietet und es besteht ein Restkredit in Höhe von 40.000 Euro. Derzeit planen Sie den Hof in den nächsten Wochen und Monaten zu veräußern und mit Ihrem neuen Lebensgefährten, Herrn Muster, zusammen in eine Mietswohnung oder ein Mietshaus zu ziehen.

Als Account Managerin arbeiten Sie als Angestellte im IT-Sektor. Hier erzielen Sie ein monatliches Bruttoeinkommen in Höhe von 6.000 Euro. Sie sind nicht kirchensteuerpflichtig und gesetzlich krankenversichert. Neben einer Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben Sie Ansprüche an eine Betriebsrente. Gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit haben Sie über Ihren Versicherungsmakler vor einigen Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rente im BU-Fall in Höhe von 4.000 Euro abgeschlossen und fühlen sich hiermit gut abgesichert. Eine Haftpflichtversicherung besteht ebenfalls.

Aus Ihrer vorherigen Beziehung haben Sie einen Sohn. Max ist am 07.11.2000 geboren und lebt bzw. arbeitet derzeit in München. Dritte sind finanziell nicht von Ihnen abhängig.


1.3. Persönliche Ziele und Erwartungen an den Finanzplan Folgende persönliche Ziele sowie gestellte Erwartungen an Ihren Finanzplan wurden im Rahmen der Ausarbeitung berücksichtigt:

  • Gesamtüberblick über Ihr Vermögen

  • Sinnvolle Strukturierung des Gesamtvermögens bzw. des liquiden Vermögens

  • Überprüfung der Liquiditäts- und Vermögenssituation mit Ruhestandseintritt

  • Ist der geplante vorgezogene Ruhestand mit 63 Jahren realistisch?

Im Rahmen dieser Finanzplanung haben Sie folgende konkrete Fragen an uns gerichtet:

  • Wie ist aus heutiger Sicht die Versorgung im Ruhestand zu bewerten? Sie kalkulieren mit einer monatlichen Nettorente in Höhe der derzeitigen Lebenshaltungskosten von 2.500 Euro monatlich

1.4. Anlegermentalität Sie bezeichnen sich als Anleger mit einer durchschnittlichen Risikobereitschaft. Sie sind bereit, für die Chance auf attraktive Renditen auch Kursschwankungen in Kauf zu nehmen. Diese sollten nicht größer als 20% des investierten Kapitals ausfallen. Es ist Ihnen wichtig, dass der Wert der Vermögenswerte seine Kaufkraft behält. In der Vergangenheit haben Sie aus diesem Gedanken heraus in Edelmetalle investiert und diverse Investitionen in Aktien, Aktienfonds und Mischfonds vorgenommen.

Aufgrund des aktuellen Niedrigzinsumfeldes möchten Sie Ihre liquiden Mittel in Anlagen investieren, die ein ausgewogenes Risiko haben und eine entsprechende Rendite erwarten lassen. Die Fortsetzung / die nächsten Kapitel finden Sie im nächsten Blogbeitrag. Hier können Sie den gesamten Finanzplan als Pdf downloaden:

Finanzplan Frau Musterfrau
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