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Update zur aktuellen Lage im Nahen Osten

Die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sowie der Eingriff der USA am vergangenen Samstag sorgen verständlicherweise für Verunsicherung - auch an den Kapitalmärkten. Wir möchten Ihnen mit dieser Nachricht eine sachliche Einschätzung zur aktuellen Lage geben.

 

Nahost-Eskalation: Entscheidend ist der Ölpreis

Der Iran ist als direkter Absatzmarkt für westliche Unternehmen weitgehend irrelevant – Sanktionen haben ihn wirtschaftlich isoliert. Die entscheidende Bedeutung liegt in der Kontrolle über die Straße von Hormus sowie im Einfluss auf globale Öllieferketten.

 

Marktreaktionen:

Die Kapitalmärkte reagieren zum Wochenstart mit einem kontrollierten Abverkauf der Aktienmärkte. Öl steigt um rund 10 Prozent und die Renditen für Staatsanleihen steigen leicht an. Der US-Dollar gegenüber dem EUR wird als Save-Haven gesucht und notierte kurzfristig unterhalb der 1,17 Marke. Edelmetalle besonders Gold steigen ebenfalls im Wert.


Faktor Öl:

Die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran ist der zentrale Marktfaktor: Rund 20 Prozent des global gehandelten Öls passieren diese Engstelle, Tanker stauen sich, Lieferpläne geraten durcheinander. Alternativrouten über Saudi-Arabien (Yanbu) und die VAE (Fujairah) existieren, können aber nur 30–40 % des Volumens auffangen.

Erste Preisindikationen zeigen einen Anstieg von ca. 10 Prozent bei Brent und WTI – das entspricht in etwa dem Jahresdurchschnitt 2024 und stellt noch keinen globalen Schock dar. Wie stark und dauerhaft der Effekt wird, hängt von der Länge der Sperrung ab. Hormus bleibt dabei ein wichtiges Verhandlungspfand des Iran, selbst eine militärische Öffnung würde kaum sofort Abhilfe schaffen, da Reedereien ohne Versicherungsschutz die Passage meiden dürften. 

Gefahr Öl-Schock:

Ein Ölschock erhöht die Kosten für Energie, Transport und Produktion in der gesamten Wirtschaft, was Unternehmen zwingt, entweder ihre Margen zu opfern oder die Preise weiterzugeben – beides schwächt Wachstum und Kaufkraft. Gleichzeitig geraten Notenbanken in ein Dilemma: Sie können die Konjunktur nicht stimulieren, ohne die Inflation weiter anzuheizen. Für Anleger bedeutet das sinkende Unternehmensgewinne, volatile Märkte und die Gefahr, dass sich Inflation und schwaches Wachstum gegenseitig verstärken – im schlimmsten Fall eine Stagflation, wie sie die 1970er Jahre geprägt hat.

 

Was ist jetzt entscheidend:

Straße von Hormus: Die Sperrung muss möglichst kurz bleiben. Solange 20 % des globalen Öls nicht durchkommen, bleibt der Markt angespannt. Eine diplomatische Einigung oder militärische Sicherung der Passage ist der wichtigste Einzelfaktor.

Eskalation in der Region: Wenn weitere Länder aktiv in den Konflikt hineingezogen werden – etwa Saudi-Arabien oder die VAE – würden auch die Alternativrouten gefährdet. Eine regionale Ausweitung wäre deutlich gefährlicher als der Iran-Konflikt allein.

Reaktion der anderen Ölproduzenten: Saudi-Arabien, die USA und andere OPEC-Länder müssten schnell zusätzliche Fördermengen auf den Markt bringen, um den Ausfall abzufedern. Die USA haben dafür strategische Reserven; die Frage ist, wie schnell und in welchem Umfang diese eingesetzt werden.


Kurzgefasst: Ein langer Konflikt ohne Verhandlungslösung, der sich regional ausweitet und keine Kompensation durch andere Produzenten findet – das wäre die gefährlichste Kombination.


Was bedeutet dies nun für Strategien der Vermögensverwaltung?

 

Kurzfristig ergeben sich keine Veränderungen in den Strategien. Die Hausaufgaben wurden bereits im Vorfeld gemacht:

Wir sind nicht in der Region investiert und sichern die Strategien mit mehreren Bausteinen gegen (zu hohe) Schwankungsbreiten ab. Insbesondere die Investitionen in Anleihen, Gold sowie die Absicherungsstrategie des GAPPY Fonds (Globale Aktien Protective Put) dienen zur Diversifikation und zur Reduzierung der Risiken.

Auf Seite der Anleihen wurden vor kurzem zudem die Zinsänderungsrisiken bereits reduziert.

 

Die Frage wird sein, ob sich der Konflikt weiter ausweitet und von längerer Dauer sein wird oder ob es bei einem kurzfristigen Schock bleiben und die Situation sich schnell beruhigen wird.

Kurzfristige und emotionale Entscheidungen waren in der Vergangenheit selten ein guter Ratgeber. Wir beobachten die Entwicklungen genau und gehen von einer höheren Volatilität in den nächsten Wochen aus. Sollte der Aktienanteil im Portfolio unter Druck geraten gilt es einen ruhigen Kopf zu bewahren, investiert zu bleiben und den möglichen Rückgang als Chance zum antizyklischen Nachkauf („Rebalancing“) zu nutzen. Mit den zuvor beschriebenen Portfoliobausteinen sind wir auch für schwierigere Marktphasen gut positioniert.

 


Ihr finanzieller Strategieberater  Die eigene finanzielle Situation zu erfassen kann komplex sein und viel Zeit in Anspruch nehmen. Auch die Interpretation der Ergebnisse und die darauf aufbauende Herleitung einer Handlungsstrategie ist herausfordernd. Als erfahrene und objektive Experten stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Zum Kontaktformular


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Rechtliche Hinweise 


Kapitalanlagen beinhalten Risiken. Der angelegte Kapitalwert sowie die daraus erzielte Kapitalrendite unterliegen Schwankungen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keine Garantie für zukünftige Entwicklungen dar. Es gibt keine Garantie dafür, dass Strategien erfolgreich sind.


 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

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