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YPOS Markets #35

Die vergangene Woche in Zahlen:


Die Geopolitik hat die Märkte erneut dominiert, dieses Mal in positive Richtung. Die Einigung auf eine Waffenruhe im Iran-Krieg hat eine breite Erleichterungsrally ausgelöst. MSCI World und MSCI Europe legten jeweils über 1 Prozent zu. Besonders stark zeigten sich die Schwellenländer mit einem Plus von rund 4 Prozent. Anleihen gerieten dagegen unter Druck. Die gestiegene Risikofreude der Anleger führte zu Umschichtungen raus aus sicheren Häfen und rein in Aktien. Gold konnte sich dennoch erholen und einen Teil der Verluste der Vorwochen kompensieren. Der Euro wertete gegen den Dollar auf, ein weiteres Zeichen dafür, dass der Greenback seine Krisenprämie abgibt.


Das Thema der Woche:


Kurz vor Ablauf des Ultimatums haben sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Feuerpause geeinigt. Die Straße von Hormus wird schrittweise wieder geöffnet. Ab Freitag soll über ein dauerhaftes Kriegsende verhandelt werden.


Die Märkte haben sofort heftig reagiert. Brent-Öl brach um rund 16 Prozent auf circa 92 Dollar ein. Seit Kriegsbeginn Ende Februar hatte sich der Ölpreis auf bis zu 126 Dollar mehr als verdoppelt. Der Einbruch zeigt, wie viel geopolitische Risikoprämie sich in den letzten sechs Wochen aufgebaut hatte. An den Aktienmärkten war die Erleichterung greifbar. Asien reagierte euphorisch, der Nikkei legte über 5 Prozent zu. Die US-Börsen hatten schon am Montag moderat zugelegt, europäische Märkte waren wegen Ostermontag geschlossen.


Spannend ist die Reaktion bei den klassischen Krisenwährungen. Gold stieg trotz der Entspannung auf über 4.800 Dollar. Das klingt paradox, hat aber einen klaren Grund: Seit Kriegsbeginn hatte Gold rund 12 Prozent verloren, weil steigende Ölpreise die Inflationserwartungen und damit die Zinserwartungen nach oben getrieben hatten. Fallende Ölpreise nehmen diesen Druck. Der Dollar wiederum verlor seine Safe-Haven-Prämie. Der Dollar-Index fiel auf ein Einmonatstief. Gleichzeitig preist der Markt für 2026 keine Fed-Zinssenkung mehr ein. Inflation bleibt das beherrschende Thema.


Was heißt das für Sie als Anleger? Eine Waffenruhe ist nicht dasselbe wie Frieden. Zwei Wochen sind eine Verhandlungsfrist, kein Ergebnis. Wer jetzt auf fallende Ölpreise oder steigende Aktienmärkte setzt, spekuliert auf den Ausgang von Verhandlungen mit völlig offenem Ende. Die Atempause kann Chancen bieten, wenn das Sentiment nachhaltig dreht aber nur für die, die vorher nicht in der Panik verkauft haben. Das ist die eigentliche Lektion der letzten Wochen: Disziplin schlägt Timing. Und das gilt jetzt in beide Richtungen.

 

Ausblick auf die nächste Handelswoche:

Am Freitag starten die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Der Verlauf dieser Gespräche wird entscheiden, ob die Waffenruhe hält oder ob die nächste Eskalationswelle kommt. Parallel beginnt die US-Earningsseason. Die Ergebnisse treffen auf ein Marktumfeld, das zwischen Kriegsprämie und Entspannungsrally schwankt.


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Rechtliche Hinweise 


Kapitalanlagen beinhalten Risiken. Der angelegte Kapitalwert sowie die daraus erzielte Kapitalrendite unterliegen Schwankungen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keine Garantie für zukünftige Entwicklungen dar. Es gibt keine Garantie dafür, dass Strategien erfolgreich sind.


 
 
 

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