Jahresende, abkühlende Inflation – alles, was Anleger jetzt wissen müssen
- Lukas Restle

- 7. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Verbraucherpreise in Deutschland im Dezember 2025 voraussichtlich um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die für europäische Vergleichszwecke berechnete HVPI-Rate liegt bei 2,0 Prozent und somit im Zielkorridor der EZB. In der gesamten Eurozone beträgt die Inflationsrate ebenfalls 2,0 Prozent und kühlt ab. Es lässt sich nun ein beständiger Rückgang der Inflation in den letzten Monaten beobachten. Hartnäckig zeigt sich allerdings weiterhin die Kerninflationsrate, diese steht weiterhin bei 2,3%.

Daraus lässt sich schließen, dass die Inflation ein strukturelles Problem darstellt und weniger ein Einmaleffekt ist. Diese Überlegung deckt sich auch mit den alltäglichen Beobachtungen. Anders als in den Jahren 2021 und 2022, wo die Inflation durch einen externen Schock auf der Angebotsseite nach oben getrieben wurde, ist der Ursprung nun struktureller Natur.
Niedrige Inflationsrate – teures Leben
Der konstante Rückgang der Inflationsrate darf nicht über die generellen Teuerungen des Lebensstandards hinwegtäuschen.

Seit Anfang 2020 sind die Lebenshaltungskosten rund 22% gestiegen. Die niedrigen Inflationsraten dürfen diese Entwicklung nicht überschatten. Für viele Bürger bedeutet das reale Kaufkraftverluste in den letzten Jahren.
Gold als Inflationsschutz – beliebter denn je
Das Gold als Inflationsschutz gerne im Portfolio eingesetzt wird, ist nichts Neues. Aber die Rallye der letzten Jahre ist sehr beachtlich.

Gold als Absicherung gegen Inflation erfreut sich höchster Beliebtheit. Dieses Jahr zählt Gold zu den besten Anlageklassen, wenn nicht sogar die beste. Dabei lässt es sogar Aktien hinter sich. Die Gründe für diese Entwicklung sind zum einen Inflationssorgen aber auch geopolitische Risiken und wachsende Staatsverschuldung waren relevante Treiber.
Schulden werden teurer:
Die wachsende Staatsverschuldung ist nicht nur ein Treiber für Gold. Auch die Renditen der Staatsanleihen spiegeln Unsicherheit wider.

Fiskalische Disziplin sollte daher an oberster Stelle stehen, denn die Schulden von heute sind die Steuern von morgen. Aber auch politische Blockaden und Reformstaus werden wie im Falle Frankreichs von den Anleihemärkten abgestraft.
Realzins – weiterhin nicht auskömmlich
Trotz der anhaltenden sinkenden Inflation ist der Realzins weiterhin nicht auskömmlich.

Anleger sollten sich aus diesem Grund nach rentierlichen Anlagen für ihre Überschussliquidität umsehen. Es bedarf hierbei aktiv gesteuerten Bonitäts-, Länder oder Laufzeitrisiken, um eine rentierliche Verzinsung zu erreichen.
Unternehmensanleihen als Alternative?
Ist die Verzinsung von Staatspapieren nicht auskömmlich, greifen Anleger gerne auf Unternehmensanleihen als Alternative zurück. Doch dort zeigt sich ein ähnliches Bild hinsichtlich der Verzinsung.

Wir bewegen uns bei den Spreads also am unteren Rand der historischen Bandbreite. Das bedeutet Anleger erhalten einen begrenzten Mehrertrag für deutlich mehr Risiko. Währungs- und Laufzeitrisiken sind kaum vorhanden. Falls Unternehmensanleihen der Bonität BBB ins Portfolio aufgenommen werden, sollte das mit dem aktiven Wissen über das erhöhte Risiko geschehen.
Was bedeutet das für mich?

Anleger können sich also über die sinkenden Inflationsraten freuen, sollten aber das Niveau der Lebenshaltungskosten nicht vergessen. Die Kaufkraftverluste der letzten Jahre sind real. Umso wichtiger ist es für Anleger, auch wegen des nicht auskömmlichen Realzinses, ihre Liquidität rentierlich zu parken. Ausschlaggebend ist dabei ein Agieren innerhalb der Rahmen von Finanz- und Risikoplanung. Gold ist ein wichtiger Portfoliobaustein aber das erhöhte Niveau sollte zur Vorsicht mahnen, ein zyklischer Einstieg als vermeintliche Absicherung kann sich rächen. Das Jahr 2026 wird wie jedes Börsenjahr ein anspruchsvolles Jahr, welches Disziplin und Planungsstärke von Anlegern verlang. Sei es in Bezug auf Liquiditätsmanagement oder der ganzheitlichen Portfoliokonstruktion.
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