Gab es jemals bessere Argumente für eine globale Vermögensverwaltung?

Krisen und Probleme wohin man schaut


Der andauernde Krieg in Europa, hohe Inflationsraten, ein schwacher Euro, eine sichere Rezession und zu allem Überfluss steigen nun auch noch die Zinsen: An Krisen, Problemen und Herausforderungen herrscht auf absehbare Zeit wahrlich kein Mangel. Doch was bedeutet das für Anleger?


Steigende Zinsen machen den Vermögenserhalt nicht einfacher


Persönlich fühlen sich steigende Zinsen für Anleger positiv an. Schließlich ist eine Zinsgutschrift deutlich angenehmer als die Belastung von Verwahrentgelten. Doch auch für die Volkswirtschaft sind steigende Zinsen wichtig, weil damit die Hoffnung verbunden wird, dass sie ihre Lenkungsfunktion nach der jahrelangen Abstinenz wieder erfüllen und Preisblasen vermieden werden. Doch neben diesen positiven Aspekten ist der Grund für den Anstieg der Zinsen zu beachten: Es sind die historisch hohen Inflationsraten. Betrachtet man beides gemeinsam, dann stellt man fest, dass die Zinsen weniger stark gestiegen sind als die Inflation. Damit leidet die Kaufkraft und deren Erhalt bleibt eine große Herausforderung. Man sollte zuversichtlich sein, dass die Inflationsraten nicht dauerhaft so hoch bleiben. Allerdings würde dies auch wieder zu fallenden Zinsen führen. Die Problematik negativer Realzinsen bleibt uns wohl langfristig erhalten. Lediglich das Ausmaß wird deutlichen Schwankungen unterliegen.

Warum global investieren?


Die Unternehmen und die Konjunktur in Deutschland und Europa sind von dem Krieg in der Ukraine und den hohen Energiepreisen deutlich stärker betroffen als Nordamerika. Allerdings könnten die Zinsen im US-Dollar anhaltend deutlich höher sein als im Euro. Dies würde die Bewertung von US-Aktien belasten und die günstigeren europäischen Aktien attraktiv erscheinen lassen. In China wiederum ist die Inflation niedrig und man kämpft mit einer Immobilienpreisblase. Den „besten“ Markt gibt es also nicht. Es gilt daher in den globalen Unternehmenssektor zu investieren. Als Nebenaspekt der globalen Investition wird eine Streuung über unterschiedliche Währungen erreicht.


Leitlinien für eine globale Vermögensverwaltung


Grundsätzlich können Anleger das für langfristige Kapitalanlagezwecke verfügbare Vermögen auf zwei unterschiedliche Töpfe verteilen. Der erste Topf zeichnet sich durch defensive, der zweite Topf durch offensive Eigenschaften aus.


Innerhalb des jeweiligen Topfes gilt es zu entscheiden in welche konkreten Vermögensklassen investiert werden soll. Innerhalb der Vermögensklassen gilt es dann wiederum auszuwählen welche konkreten Wertpapiere erworben werden sollen.


Professionelle Vermögensverwalter und Manager von aktiven Investmentfonds können also auf diesen drei verschiedenen Ebenen einen Mehrwert generieren:


1. Verteilung auf die beiden Töpfe und aktive Steuerung der Quoten im Zeitablauf

2. Auswahl der zu investieren Vermögensklassen innerhalb der Töpfe

3. Auswahl der konkreten Wertpapiere


Würdigung der historischen Ergebnisse


1. Ebene: Betrachtet man die historischen Ergebnisse und misst den Erfolg der aktiven Entscheidungen gegenüber regelgebundenen Strategien ist festzustellen, dass die aktiven Ansätze regelmäßig schlechter abschneiden. Daher ist es sinnvoller die grundsätzliche Verteilung auf die beiden Töpfe auf der individuellen Anlegerebene vorzunehmen und klare Regeln für die regelmäßige Wiederherstellung der gewünschten Struktur zu formulieren.

Es ist jede prozentuale Kombination der beiden Töpfe möglich. Eine klassisch konservative Verteilung wären 70 Prozent defensiver Topf zu 30 Prozent offensiver Topf. Eine offensive Verteilung wäre das Spiegelbild. Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass Aktienquoten von über 70 Prozent die Schwankungsbreite deutlich stärker steigern als sie die Renditeerwartung erhöhen.


2. Ebene: Im Wesentlichen stellen alle liquiden Vermögensklassen eine Mischung der Eigenschaften von Cash, Anleihen und Aktien dar. Die gewünschten Attribute sollten daher einer regelmäßigen Überwachung auf der Anlageebene unterliegen, um einseitige Ausrichtungen zu vermeiden.


3. Ebene: Ein Großteil der aktiven Verwalter in einzelnen Vermögensklassen schafft es nicht durch die aktive Auswahl von Aktien oder Anleihen dauerhaft besser als die regelgebundenen und zu günstigen Konditionen investierbare Vergleichsmaßstab (Faktor-Indices bei Aktien) zu sein.


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