Neue AGBs bei allen Banken: Kontoführung kostet ab sofort 2% im Jahr

Aktualisiert: 18. Nov.

Wirklich? Nein – zumindest nicht im klassischen Sinne...


Die jüngsten Zinserhöhungen der Zentralbank haben das Zinsumfeld am Kapitalmarkt zum ersten Mal in fast 10 Jahren verändert. Eine Auswirkung, die jeder mittlerweile mitbekommen haben sollte, ist der Wegfall der Strafzinsen (des Verwahrentgelts) bei Tagesgeldkonten.


Ein Schnelldurchlauf durch “BWL-Bankenwirtschaft: 1. Semester”

Banken verdienen ihr Geld durch Transformation: viele kleine Beträge (Einlagen) werden zu großen gebündelt, um diese als Kredite zu vergeben (Losgrößentransformation) oder alternativ am Kapitalmarkt zu investieren (Fristentransformation); häufig im Rentenbereich. Durch die Bündelung der Beträge und Vergabe von vielen Krediten kann die Bank trotzdem liquide bleiben und einzelnen Kunden jederzeit die Einlagen auszahlen. (Zusätzlich zur Transformation, behält die Bank selbstverständlich einen Prozentsatz der Einlagen direkt um Liquide zu bleiben.)

Der Kunde erhält im Gegenzug für seine Einlagen einen Guthabenzins. Dieser ist geringer als der Kreditzins, den die Bank von Kreditnehmern verlangt.

Zusammengefasst: Dafür, dass Sie der Bank ihr Geld leihen und diese es für Sie verwahrt, aber in Form von Kreditvergaben oder Kapitalanlagen auch mit dem Geld arbeiten darf, bekommen Sie einen Zins. Die Differenz zwischen Guthabenzins und Kreditzins ist die Marge der Bank.

In den letzten Jahren hat die Niedrigzinspolitik der Zentralbank und der damit verbundenen Pflicht für die Banken selbst einen Einlagenzins zahlen zu müssen dazu geführt, dass dieses Geschäftsmodell der Banken nicht mehr funktionier hat: sie mussten diese Differenz in Form von Strafzinsen an ihre Kunden weitergeben.


Keine Strafzinsen mehr – ist jetzt alles top?

Das Zinsumfeld hat sich nun deutlich verbessert und die Banken konnten die Strafzinsen für ihre Kunden streichen. Doch wie fair ist das aktuell wirklich? Die nachfolgende Grafik zeigt einen Überblick der gezahlten Zinsen am Rentenmarkt. Selbst die sichersten Anleihen vom deutschen Staat weisen inzwischen wieder eine deutlich positive Rendite auf.



Kontoführung kostet 2% im Jahr


Nach diesem Bankenlehren-Crashkurs kommen wir zur Überschrift zurück: Warum kostet die Kontoführung nun angeblich 2%? Als Kunde bei der Bank vertrauen Sie darauf, dass ihr Guthaben dort sicher ist. In der Regel ist es das auch, risikofrei ist eine Einlage bei der Bank jedoch nie. Dank diverser Einlagensicherungsmechanismen gelten Kontoguthaben bis zu 100.000 Euro auch bei Bankeninsolvenzen in Deutschland als grundsätzlich geschützt.

Durch den Zinsanstieg haben sich die Ertragsmöglichkeiten der Banken nun wieder deutlich erhöht. Diese Steigerung geben sie jedoch nur mit hohen Abschlägen an ihre Kunden weiter. Die nachfolgende Grafik zeigt die Zinsen, die Banken sich untereinander für verschiedene Laufzeiten zahlen - unabhängig von den am Kapitalmarkt erzielten Renditen.

Diese Zinssätze (Türkis) werden in der nachfolgenden Grafik aufgezeigt und mit dem aktuellen Tagesgeldzins bzw. einem aktuellen Festgeldangebot (Orange) verglichen. Wir sehen deutlich, dass selbst ein vermeintlich attraktiver Festgeldzins (0,4% p.a.) mit einer Marge von 1,6% belastet wird.


… und was nun?

Die gute Nachricht lautet: es gibt wieder Zinsen für kurzfristige Anlagehorizonte. Jedoch geben Banken auf der anderen Seite diese Zinsen nur mit einer erheblichen Marge (Abschlag) weiter.

Im Rahmen einer eigenen Anlage am Kapitalmarkt können Portfolios konstruiert werden, die höhere Zinsen und eine breitere Risikostreuung aufweisen als auf einem Bankkonto. Solche Portfolios erstellen wir aktuell für unsere Mandaten mit höheren Liquiditätspositionen. Diese sind auf die jeweiligen individuellen Bedürfnisse (Laufzeit, Zins, Liquidität) abgestimmt. Die eingesetzten Lösungen sind transparent und die erzielten Zinsen stets nachvollziehbar.


Sie halten nicht benötigte Liquidität bei der Bank? Sie wurden von Ihrer Bank auf vermeintlich attraktive Festgeldzinsen aufmerksam gemacht? Sprechen Sie uns gerne an und erfahren, wie Sie nicht verzinste Einlagen bei einer Bank in gut verzinste diversifizierte Anlagen am globalen Kapitalmarkt umwandeln können.




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