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Inflationscheck

Inflationsrate bei 2 Prozent – Tendenz steigend

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Nach Lesart des statistischen Bundesamtes sind die Konsumentenpreise in Deutschland im April 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2 Prozent gestiegen. Im Vormonat lag dieser Wert bei 1,7 Prozent. Es ist allgemeiner Konsens, dass die Inflationsraten vorerst weiter steigen werden. Die Gründe liegen auf der Hand.

Inflationscheck zeigt finanzielle Repression

Für Anleger wird der Handlungsdruck immer größer. Verwahrgebühren sind bereits isoliert betrachtet sehr ärgerlich. In der Kombination mit steigenden Inflationsraten und dem zu erwarteten großem Presseecho zu dem rechnerischen Kaufkraftverlust entsteht ein Gemisch für finanzielle Fehlentscheidungen.

Dementsprechend ist eine höhere Sorgfalt bei der Herleitung und Umsetzung der Anlagestrategie notwendig.

Steigende Preise wohin man schaut

Die Rohstoffpreise zeigen eine deutliche Aufwärtsdynamik.

In der Kombination von Lieferengpässen und höheren Transportkosten sind steigende Produzentenpreise nicht überraschend. Doch nicht nur im produzierenden Bereich sind die Unternehmen mit steigenden Preisen konfrontiert. Auch im US-Dienstleistungssektor erwarten die Unternehmen steigende Preise.

Dies sind offensichtliche Anzeichen für steigende Konsumentenpreise.

Die große Preisfrage

Die große Preisfrage lautet nun, ob dies ein temporäres Phänomen ist, oder sich ein dauerhaft höheres Inflationsregime etabliert. Leider kann diese Frage nicht seriös beantwortet werden. Eine stärkere Ausrichtung der Anlagestrategie auf steigende Inflationsraten ist wohl geboten.

Hierbei ist nicht nur Geld- und Wertpapiervermögen zu betrachten. Auch Lebensversicherungen und Rentenzusagen sind in die ganzheitliche Betrachtung zu integrieren.

USA als Blaupause für die Eurozone?

Der zeitliche Vorsprung bei der Impfkampagne, die höhere Mobilität der Gesellschaft und die stärkere wirtschaftliche Stimulation ergibt für die USA bereits Inflationserwartungen von drei Prozent.

Anleger sollten nicht nur auf die Entwicklung in Deutschland und der Eurozone zu achten. Eine globale Perspektive ist angebracht. Insbesondere da die Dynamik in den USA und Asien deutlich höher ist.

Globale Anlagestrategie als passende Antwort

Eine global diversifizierte Anlagestrategie ist die passende Antwort auf die offensichtlichen Herausforderungen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Auswahl der für Sie passenden Strategie.

YPOS Inflationscheck – Steigende Inflation verschärft Anlagenotstand

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Steigende Inflationsraten und Verwahrentgelte auf Kontoguthaben sind eine ungünstige Mischung für Anleger. Im aktuellen YPOS Inflationscheck blicken wir auf die wichtigsten Fakten.

Vermögensklassen im YPOS Inflationscheck

Negative Renditen für deutsche Staatsanleihen und Unternehmensanleihen mit einem ungünstigem Chance-Risiko Verhältnis erhöhen die Komplexität in der defensiven Geldanlage.

Inflationserwartungen weiter angestiegen

Nach Lesart des statistischen Bundesamtes sind die Konsumentenpreise in Deutschland im März 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,7 Prozent gestiegen. Im Vormonat lag dieser Wert bei 1,3 Prozent.

Die langfristigen Inflationserwartungen für die Eurozone für fünf Jahre in fünf Jahren betragen 1,55. Auch sie haben sich damit deutlich von den Tiefstwerten erholt.

Die langfristige Inflationsschätzung ist weiterhin mit massiven Unsicherheiten behaftet. Die Einschätzungen reichen von einem einmaligen und temporären Anstieg (Corona Effekte) bis hin zu einem langfristig wirkenden Regime höherer Inflationsraten (fiskalpolitische Impulse).

Herausforderungen auf jeder Ebene

Während der Inflationsausblick aufgrund der vielfältigen Einflussfaktoren mit deutlichen Unsicherheiten behaftet ist, bietet der Blick auf das Zins- und Renditeumfeld für im Euro agierende Anleger ein sehr klares Bild: Verwahrgebühren für Kontoguthaben werden eher zur Regel als Ausnahme zu bleiben. Mit festverzinslichen Wertpapieren ist ein Erhalt der Kaufkraft unmöglich. Auch die zinsbasierte Altersvorsorge leidet massiv und dem anhaltenden Umfeld. Die jüngsten Ereignisse um die Greensill Bank haben noch einmal deutlich gemacht, dass der Anlagenotstand ein massives Fehlerpotential bietet.

Die Inflation ist zurück – Und nun?

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Nach Lesart des statistischen Bundesamts sind die Konsumentenpreise in Deutschland im Januar 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1 Prozent gestiegen. Im Vormonat lag dieser Wert noch bei -0,3 Prozent. Die Höhe der Veränderung ist durchaus bemerkenswert.

Vermögensklassem im YPOS Inflationscheck

Die Zinsstrukturkurve deutscher Staatsanleihen zeigt selbst für dreißigjährige Laufzeiten leicht negative Renditen. Für kürzere Laufzeiten ist das Minus deutlich größer. Auch die Addition von Kreditrisikoprämien ergibt in Summe keine auskömmlichen Renditen. Bei Anleihen erscheinen daher opportunistische Strategien angebracht.

Welche Inflationserwartung hat der Kapitalmarkt?

Die langfristigen Inflationserwartungen haben sich deutlich von ihren Tiefstständen des vergangenen Frühjahrs erholt.

Für die Eurozone liegt der Wert mit 1,4 Prozent weiterhin deutlich unter der Zielgröße der Europäischen Zentralbank (EZB). Für die USA liegt die langfristige Inflationserwartung bei 2,4 Prozent. Bei einer Rendite von etwas über einem Prozent für die zehnjährige US-Staatsanleihe ist der erwartete Realzins auf dieser Basis negativ.

Im strategischen Bild begünstigt dies Sachwerte.

Ist die Markterwartung richtig?

Die Erwartungen an die Zukunft sind häufig fortgeschriebene Trends der Vergangenheit. Im Rahmen der 2008er Finanzkrise wurden die Zinsen deutlich gesenkt und die Geldpolitik war sehr expansiv. Die allgemeine Erwartung war damals, dass dies inflationär wirken müsse.

Dennoch kam es, zumindest nach der Definition der Statistikämter auf die die Notenbanken schauen, nicht zu deutlich steigenden Inflationsraten bei den Konsumentenpreisen. Daher könnte es sein, dass die allgemeine Markterwartung das zukünftige Inflationspotential diesmal unterschätzt. Für diese These spricht, dass die Staaten aktuell ebenfalls massiv stimulieren und die politische Agenda eine andere als nach der Finanzkrise ist.

Staatliche Rekordausgaben, private Vermögen auf Rekordhoch, ein deutlicher Nachholeffekt im Konsumverhalten und nachlassende politische Unsicherheiten bieten also das theoretische Fundament für eine deutliche wirtschaftliche Belebung und steigende Preise.

Denken Sie wie die Notenbank

Den Notenbanken ist klar, dass das nachhaltige Inflationsniveau schwer abzuschätzen ist. Daher haben sie vorgebaut und verbal eine Art „Inflationsguthaben“ kreiert. Das bedeutet nichts anderes, als dass temporär höhere Inflationsraten akzeptiert werden, da man den Betrachtungszeitraum verändert und die Vergangenheit einbezieht. Die kombinierte durchschnittliche Betrachtung aus Vergangenheit und Zukunft ermöglicht also einen langsamen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik. Ergänzend kommt hinzu, dass die Notenbanken tendenziell recht spät (sicherheitsorientiert) im Konjunkturzyklus reagieren und damit eher „hinter der Kurve“ sind.

Anleger können ebenfalls nicht abschätzen, ob und wann die Inflation steigt und wie lange sie auf einem erhöhten Niveau bleiben könnte. Vielleicht sehen wir auch ein langfristig anderes Regime mit strukturell höheren Inflationsraten. Wer weiß das schon?

Dementsprechend sollten Anleger es den Notenbanken gleichtun und sich für höhere Inflationsraten wappnen. Im Gegensatz zur Notenbank sollte das allerdings nicht nur auf der verbalen Ebene stattfinden, sondern echte Anpassungen in der Anlagestrategie zur Folge haben.

Der Begriff der „finanziellen Repression“ mag heute deutlich weniger in den Medien präsent sein, aber in der Lebenswirklichkeit von professionellen und privaten Anlegern ist der Zustand sehr deutlich zu spüren.

Zinsen, Inflation und Handlungsbedarf

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Was haben die Renditen von deutschen Staatsanleihen und die Inflationsrate gemeinsam? Sie sind beide negativ. Die Bundesanleihen rentieren selbst bei dreißigjähriger Laufzeit mit -0,1 Prozent pro Jahr und die Inflation liegt bei -0,2 Prozent.

YPOS-Inflationscheck zeigt extreme Situation

„Strafzinsen“ bzw. Verwahrgebühren auf Kontoguthaben werden eher zur Regel, als eine Ausnahme bleiben. Die Alternative zur Bank ist die Verwahrung durch den deutschen Staat. Die Verwahrung bei dem omnipotenten Schuldner in der Eurozone kostet 0,8 Prozent pro Jahr (fünfjährige Bundesanleihe, 30.10.2020). Im Gegenzug besteht kein Kontrahentenrisiko durch ein Bankinstitut.

Von den gezeigten Anlagemöglichkeiten im Bereich der festverzinsten Wertpapiere bieten lediglich Unternehmensanleihen geringerer Bonität eine optische ansprechende Rendite. Justiert man diese um die möglichen Risiken, dann relativiert sich die positive Perspektive womöglich sehr schnell. Daher sollten Anleger die Anleihenkomponente in Renten- und Mischfonds genau analysieren lassen.

Inflation Eurozone

Für die gesamte Eurozone zeigt sich ein vergleichbares Bild bei der Inflationsrate. Aufmerksamkeit sollte vor allem die Kerninflationsrate bekommen. Hier wird deutlich, dass die niedrige Inflationsrate eben nicht nur auf gefallene Energiepreise, sondern auch strukturelle Trends zurückzuführen sind. Die Corona bedingten Folgen haben diese massiv verschärft.

Aus der Perspektive der Europäischen Zentralbank (EZB) steht damit einer weiterhin lockeren Geldpolitik nichts im Wege. Zudem müssen die Corona bedingten Ausgabenprogramme der Staaten finanziert werden. Eine steigende Staatsverschuldung lässt rechnerisch keine relevanten Zinsanstiege zu.

Günstige Zinsen für Staaten, niedrige Renditen für Anleger

Der Blick auf die Renditen der Staatsanleihen ist erfreulich für jeden, der Kredite aufnehmen möchte. Für Anleger, die zinsorientiert anlegen möchten, ist genau das Gegenteil der Fall.

Bei einer, nach offizieller Lesart, nicht vorhandenen Inflationsrate ist dies für Anleger ohne Renditeerwartung noch erträglich. Der Handlungsdruck würde aber dann steigen, wenn die Inflationsraten spürbar steigen.

Die teilweise vorherrschende Denkweise auf dem Konto zu warten und erst dann in inflationssensible Vermögensklassen zu investieren, wenn die Inflation steigt und die Wirtschaft rosige Zukunftsperspektiven (Stichwort: Impfstoff) ist zwar angenehm, aber nicht zielführend. Vermögenspreise nehmen Entwicklungen typischerweise voraus und sind daher schwer zu timen. Es ist daher unrealistisch den Zeitpunkt einer steigender Inflation und die zeitliche Reaktion von bspw. Aktien auf Veränderungen der wirtschaftlichen Entwicklungen abzuschätzen. Daher sollten die Überlegungen zur strategischen Ausrichtung der Vermögensstrategie zeitnah angestellt und deren disziplinierte Umsetzung geplant werden.

Welche Inflation preist der Kapitalmarkt ein?

Die Inflationserwartungen bewegten sich jüngst auf ihr „vor Corona“ Niveau zu.

Eine durch weitere Lockdown Maßnahmen reduzierte wirtschaftliche Aktivität würde die Inflationserwartungen aber wohl erst einmal wieder fallen lassen. Im neuen Jahr könnte die Perspektive auf einen bzw. mehrere wirksame Impfstoffe für Optimismus und deutliche Nachholeffekte in der Wirtschaft sorgen. Daher sind Rückschläge im Winter bei den Hoffnungen auf eine Normalisierung eine gute Gelegenheit, um sich dann am Kapitalmarkt zu positionieren.

Gestiegene Geldmenge bietet Inflationspotential

Bisher hat sich der dramatische Anstieg der Geldmengenaggregate nicht in den offiziellen Inflationsraten ausgewirkt. Die gefallene Umlaufgeschwindigkeit des Geldes kann hier als ein Grund angesehen werden.

Bei einer „normalen“ wirtschaftlichen globalen Aktivität sollte sich dies jedoch ändern. Dann wären steigende Inflationsraten zu erwarten. Eine höhere Inflationsrate wäre sehr positiv für die heute zu niedrigen Zinsen fixierten langfristigen Staatsschulden.

Implikationen für Anleger

Der Zins ist der Preis des Geldes und er hat eine wichtige Lenkungsfunktion in der Volkswirtschaft. Ist er zu niedrig, dann kommt es zu Fehlallokationen von Kapital. Für Anleger gibt es heute keine einfachen Antworten. Die gesamte Anlagestrategie und die Ruhestandsplanung müssen auf den Prüfstand. Ausgewählte Fragestellungen lauten:

  • Ist eine Lebensversicherung noch eine Altersvorsorge oder nur Kapitalerhalt?
  • Warum bietet eine Mischung aus Immobilien, Gold und Anleihen nicht mehr die gleiche Risikostreuung wie vor einigen Jahren?
  • Passt das perfekte Aktiendepot der letzten zehn Jahre noch zu den aktuellen Zukunftserwartungen?
  • Wie baut man Private Equity, alternative Anleihestrategien und Infrastrukturinvestments sinnvoll in die Anlagestrategie ein?

Negative Inflation stützt Vermögenspreise

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Minus mal Minus ergibt Plus. -0,3 Prozent Inflation in der Eurozone mal -0,7 Prozent jährliche Rendite für fünfjährige deutsche Staatsanleihen ergibt einen Wohnimmobilienpreisblasenindex mit München und Frankfurt an der Weltspitze. Was bedeutet das für Anleger?

Vermögensklassen im YPOS Inflationscheck

Nach offizieller Lesart beträgt die Inflation -0,2 Prozent für Deutschland und -0,3 Prozent für die Eurozone. Die Rendite fünfjähriger deutscher Staatsanleihen liegt bei -0,72 Prozent pro Jahr.

Auf Indexbasis weisen Unternehmensanleihen positive Renditen aus. Hier ist allerdings (natürlich vor der Investition) ein detaillierter Blick auf die konkreten Kennzahlen (Bonität, Restlaufzeiten) und die Umsetzungskosten erforderlich. Zudem stellt sich die Frage des sinnvollen Anlagestils (aktiv oder passiv).

Kerninflation und Erwartungen

Bereinigt man die Inflationsrate (türkis) um schwankungsreiche Bestandteile, dann erhält man die Kerninflationsrate (dunkelblau).

Es wird deutlich, dass die Kerninflationsrate bereits seit vielen Jahren keine Bewegung nach oben zeigt. Dabei sollten die Geldpolitik (Nullzins, Verwahrgebühren) und die Anleiheaufkaufprogramme der Europäischen Zentralbank (EZB) doch eigentlich inflationär wirken.

Und nun.. Corona! Steigende Staatsverschuldung, steigende Geldmengenaggregate und eine steil ansteigende Bilanzsumme der EZB. Jetzt muss doch (endlich?) die Inflation steigen. Der Blick auf die langfristigen Inflationserwartungen (USA in türkis, Eurozone in dunkelblau) zeigt jedoch ein anderes Bild.

Inflationsangst sieht definitiv anders aus. Dies lässt zwei unterschiedliche Schlussfolgerungen zu:

  1. Nach einem Jahrzehnt wiederholt überschätzter Inflationsgefahr „kauft“ der Markt (=die Anleger) die „üblichen“ Argumente nicht mehr und ist zu sorglos
  2. Die deflationären Effekte (hohe Schuldenstände, alternde Gesellschaften in den Industrienationen, Digitalisierung, Globalisierung) sind so groß, dass die inflationären Effekte ausgeglichen werden

Differenzierte Betrachtung sinnvoll

Welche Schlussfolgerung richtig ist kann niemand beantworten. Aus der praktischen Perspektive erscheint mir daher die folgende Betrachtung sinnvoll:

Es ist zwischen Konsumgütern und Vermögenspreisen zu unterscheiden. Bei Konsumgütern geht die offizielle Inflationsrate sicherlich an der Lebensrealität vieler Menschen vorbei. Da sich aber Staaten, und vor allem Notenbanken (!), an diesen Werten ausrichten begünstigt die (zu) niedrige Inflation bei den Konsumentenpreisen die langfristige Inflation bei den Vermögenspreisen.

Anders formuliert: Multipliziert man eine expansive Geldpolitik (ohne sichtbare) inflationäre Nebenwirkungen bei den offiziellen Konsumentenpreisen mit negativen Renditen für sichere Anlagen (Konten und Staatsanleihen) und einem globalen Überschuss an Sparkapital, dann ergibt sich ein extremer Anlagenotstand der zu „spektakulären“ Bewertungen führt. Dies ist besonders bei zinssensitiven, aber „stabilen“ Sachwerten (Wohnimmobilien) und wachstumsstarken Unternehmen (Technologieaktien) zu beobachten. Naturgemäß sorgen zu niedrige Renditen für eine hohes Fehlerpotenzial bei finanziellen Entscheidungen.

Was bedeutet das für Anleger?

Genau hinschauen ist angesagt. Die „langweilige“ analytische Finanzplanung ist wichtiger als die „spannende“ Diskussion über Geldpolitik und die nächste „heiße“ Aktie.

Der Preis der Sicherheit ist jüngst wieder gestiegen

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Das Coronavirus sorgt für Unsicherheit. Sichere Staatsanleihen konnten davon profitieren. Im Umkehrschluss sind deren Renditen gefallen. Verwahrgebühren auf Kontoguthaben bleiben damit auf absehbare Zeit ein Thema. Da die Inflation konstant geblieben ist liegt der Realzins für fünfjährige Bundesanleihen aktuell bei minus 2,5 Prozent pro Jahr.

Inflationsscheck zeigt weiterhin finanzielle Repression

Nach Lesart des statistischen Bundesamts sind die Konsumentenpreise in Deutschland im Februar 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,7 Prozent angestiegen. Gleichzeitig sind die Renditen von deutschen Bundesanleihen (sicherer Hafen) gefallen und die Renditen von Hochzinsanleihen (Ausfallrisiko steigt bei schwächerer Konjunktur) gestiegen.

An der strategischen Perspektive hat sich nichts geändert: Die Renditen von sicheren Vermögensanlagen rentierten unterhalb der Inflationsrate und Vermögensklassen mit der Chance auf einen langfristigen Erhalt der Kaufkraft sind, insbesondere bei kurzfristigen Betrachtungszeiträumen, mit erheblichen Preisschwankungen verbunden.

Die Qualitätsansprüche an die Herleitung und Umsetzung der Anlagestrategie werden damit in der Zukunft massiv an Bedeutung gewinnen.

Inflationserwartungen sind gefallen

Die marktbasierten langfristigen Inflationserwartungen für fünf Jahre in fünf Jahren für die USA und die Eurozone sind jüngst gefallen. Sie betragen aktuell 1,1 Prozent. Dieser Rückgang dürfte der allgemeinen Verunsicherung geschuldet sein. Der Markt interpretiert die Folgen des Coronavirus also eher disinflationär. Dies passt auch zu der positiven Kursentwicklung der Staatsanleihen.

Die gefallenen Inflationserwartungen dürften eine expansive Geldpolitik begünstigen. Jegliche geldpolitische Maßnahme wird sicher auch auf die gefallenen Inflationserwartungen verweisen. Aus der Perspektive der Kapitalmärkte ist dies kurzfristig positiv. Langfristig gehen damit die allseits bekannten Probleme zu niedriger Zinsen einher.

Schäden und Gegenmaßnahmen nicht seriös abzuschätzen

Allgemein scheint es mittlerweile offensichtlich zu sein, dass das Coronavirus einen großen wirtschaftlichen Schaden verursachen wird. Allerdings sind weder die genaue Höhe, noch die Folgewirkungen oder die zeitliche Dauer der konjunkturellen Belastung seriös abzuschätzen. Genauso unsicher sind die Geld- und fiskalpolitischen Gegenmaßnahmen von Seiten der Notenbanken und Staaten zu antizipieren. Die Marktteilnehmer erwarten, dass etwas passiert, aber was genau, ist nicht absehbar.

„Sichere“ Häfen in der kurzfristigen Betrachtung

In der sehr kurzfristigen und isolierten Betrachtung der Stressphase konnten die, teils ungeliebten Staatsanleihen, mal wieder überzeugen. Während der Aktienmarkt (rot) 12 Prozent verlor und Gold (blau) um 5 Prozent nachgab, konnten die US-Staatsanleihen (türkis) mit einem Kursgewinn punkten. Deutsche Bundesanleihen gleicher Laufzeit sind rund 2 Prozent gestiegen.

Auch in dieser Stressphase an den Aktienmärkten wurde deutlich, dass ein diversifiziertes Portfolio Vorteile bietet. Hierbei sollte nicht nur in unterschiedliche Vermögensklassen investiert werden. Auch die Investitionsstile sollten sich unterscheiden.

Vermögensstrukturierung – Ein Ausgangspunkt für Überlegungen

Niemand kennt die Zukunft. Ein neutraler Ausgangspunkt für weitere (!) Überlegungen ist daher die gleichgewichtete Verteilung auf die beiden großen Vermögensklassen Geld- und Sachwerte. Innerhalb dieser Töpfe ist dann wiederum eine angemessene Risikostreuung vorzunehmen.

Die aktuellen Bewegungen an den Kapitalmärkten sollten nicht zu hektischem handeln führen. Typischerweise ist das Fehlerpotential in diesen Marktphasen recht hoch. Dennoch sind die aktuellen Rückgänge ein guter Ansatzpunkt, um sich mit der strategischen Ausrichtung des Depots und der vorhandenen Risikostreuung auseinanderzusetzen.

Gerne stehen wir Ihnen hierzu als Ansprechpartner zur Verfügung.

YPOS Inflationscheck zeigt finanzielle Repression – Ausweg Risikoprämien?

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Die Inflationsrate in Deutschland ist im Januar auf 1,7 Prozent gestiegen. Aufgrund der beschlossenen Maßnahmen zum Klimaschutz erwartet die Bundesbank ab 2021 steigende Inflationsraten für Verbraucher. Im Gegensatz dazu macht der Blick auf die Inflationserwartungen für die Eurozone wenig Hoffnung auf steigende Zinsen.

Vermögensklassen im Inflationscheck

Die finanzielle Repression mag zwar als Thema aus den Schlagzeilen und Bestsellerlisten verschwunden sein, aber solange Zinsen und Renditen unterhalb der offiziellen Inflationsrate liegen ist sie in der Realität präsenter denn je.

Die anhaltende Niedrigzinsphase belastet nicht nur private und betriebliche Anleger. Auch die kapitalgedeckte Altersvorsorge ist stark betroffen. Insbesondere in Deutschland ist diese typischerweise sehr zinsbasiert aufgebaut. Die Suche nach Alternativen für die fehlenden Zinsen geht also auf jeder Ebene weiter.

Vergessen Sie Zinsen, denken Sie in Risikoprämien

An dieser Stelle sei daran erinnert, dass sich Renditen aus Risikoprämien zusammensetzen. Ohne (bzw. negativen) „sicheren“ Zins besteht die Renditeerwartung vollständig aus Prämien für eingegangene Risiken. Letzteres sollten vom Anleger verstanden werden. Die Grafik zeigt einen schematischen Aufbau.

Innerhalb der Vermögensklassen sind weitere Faktoren maßgeblich. Zudem spielt Illiquidität eine Rolle. Die Verteilung des Kapitals auf die verfügbaren Anlageklassen sollte daher die relative und absolute Attraktivität der Risikoprämien der verschiedenen Vermögensklassen berücksichtigen.

Die Investition in eine kapitalbildende Versicherung oder der Kauf eines Fonds löst das Problem nur oberflächlich, da die Entscheidung auf eine andere Ebene (den Produktanbieter) delegiert wird.

Inflationserwartung spricht gegen Zinswende

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist dabei vieles zu überprüfen. Zuviel Hoffnung sollten sich Anleger allerdings nicht machen. Schließlich ist die langfristige Inflationserwartung ein wichtiger Indikator für die zukünftige Geldpolitik.

Mit einem Wert von unter 1,3 Prozent ist kein Aufwärtsdruck für Zinsen zu erwarten. Wir gehen weiterhin von der Blaupause Japan (Zinsen bleiben niedrig) bei gleichzeitig höherer politischer Unsicherheit (Europa ist sehr heterogen) aus.

Was bedeutet das für Anleger?

Ich bin kein Freund von „Kaufen Sie x und Ihr Anlageproblem ist gelöst“ Antworten. Einfache Antworten sind zwar beliebt, aber spätestens in Stressphasen zeigt sich der bei der Herleitung der Anlagestrategie ersparte Zeitaufwand in schädlichem Anlegerverhalten.

Daher lautet meine Empfehlung sich an den folgenden Schritten zu orientieren:

  1. Erfassen Sie Ihren Vermögensstatus (Vermögen und Verbindlichkeiten)
  2. Erstellen Sie eine Liquiditätsplanung und Differenzieren Sie dann zwischen Rücklage und Kapitalanlage
  3. Ermitteln Sie Ihre finanzielle Risikobereitschaft für die Kapitalanlage
  4. Ermitteln Sie welche Risikotragfähigkeit Sie aufgrund der Lebensplanung (wann wird wie viel Geld benötigt?) haben
  5. Definition Sie den Anlagehorizont für die Kapitalanlage
  6. Treffen Sie Annahmen für die langfristigen Ertragserwartungen der verschiedenen Vermögensklassen
  7. Betrachten Sie, wie sich die geplante Anlagestrategie in historischen Kapitalmarktkrisen verhalten hat
  8. Beantworten Sie die wichtigsten Umsetzungsfragen:

a) Aktive Manager vs. Passive Indexfonds – Wo macht was Sinn?

b) Risikomanagement und taktische Eingriffe – Notwendigkeit vs. Gewissensberuhigung

c) Berücksichtigung steuerlicher Aspekte (Abgeltungsteuer, Investmentsteuerreform)

Die Berücksichtigung der genannten Schritte erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die am Kapitalmarkt verfügbaren Risikoprämien auch vereinnahmt werden. Zudem sorgt eine aktive Auseinandersetzung mit den verschiedenen Dimensionen der Geldanlage auch für weniger emotionalen Stress.

Gerne stehen wir Ihnen für Rückfragen zur Verfügung.

Inflationscheck zeigt finanzielle Repression – Ausweichmanöver und Problemstellungen

By Alle Publikationen, Inflationscheck, Markteinschätzung No Comments

Nach Lesart des statistischen Bundesamts sind die Konsumentenpreise in Deutschland im Dezember 2019 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,5 Prozent angestiegen. Aus der Anlegerperspektive betrachtet befinden wir uns weiterhin in der finanziellen Repression, da Zinsen und Renditen unterhalb der offiziellen Inflationsrate liegen. Fehlerpotential und Beratungsbedarf bleiben auf einem hohen Niveau.

Vermögensklassen im Inflationscheck

Bei einer Rendite von -0,55 Prozent für fünfjährige deutsche Bundesanleihen ergibt sich ein rechnerischer Kaufkraftverlust von 2 Prozent. Einzig Hochzinsanleihen weisen auf Basis der aktuellen Einkaufsrenditen eine positive Rendite nach Steuern und Inflation aus. Hierbei sind jedoch die entsprechenden Laufzeit- und erhöhten Kreditrisiken zu berücksichtigen. Mögliche starke Preisbewegungen bei veränderter Liquiditäts- oder Konjunkturlage sind hier nicht zu unterschätzen.

Ausweichmanöver und Problemstellungen

Ausweichmanöver institutioneller Anleger in Richtung nicht börsennotierter Schuldinstrumente (private Debt) sind daher nachvollziehbar, aber sicherlich auch mit Fallstricken behaftet. Gleiches gilt für Private Equity und Infrastrukturinvestments. Fraglich ist hier, ob Illiquidität, wie in der Vergangenheit, noch eine positive Prämie darstellt oder bereits ein Aufschlag anfällt.

Bei privaten Anlegern ist der Beratungsbedarf noch größer. Hier zeigen sich zwei große Probleme:

  1. Es wurde noch gar nicht erkannt, dass die Renditeerwartung der aktuellen Anlagestrategie nicht ausreicht, um die finanziellen Ziele zu erreichen. Damit verändert sich beispielsweise der mögliche Lebensstandard im Alter, der vorgezogene Ruhestand verschiebt sich nach hinten oder der gewünschte Vermögenserhalt zu Gunsten der Kinder wird nicht erreicht.
  2. Die Suche nach Anlageprodukten die einen gedanklichen „Zinsersatz“ darstellen sind in der Realität Prämien für eingegangen Risiken. Beispielsweise sind dies Bonitäts, Laufzeit und Illiquiditätsprämien. Auch Optionserträge sind keine klassischen Zinsen und haben besondere Charakteristika, die es zu berücksichtigen gilt. Allgemein formuliert sollten die „neuen“ Risiken vor der Investition in die Anlagestrategie eingeordnet werden. Zudem stellt sich die Frage, ob die absolute Vergütung der eingegangen Risiken attraktiv ist.

Im Ergebnis wird deutlich, dass ein fehlender Finanzplan und eine fehlende Anlagestrategie nachteilig sind.

Inflation- und Erwartungen in der Eurozone

In der Eurozone liegt die Inflation bei 1,3 Prozent. Die Kerninflationsrate liegt bei 1,0 Prozent. Das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist damit deutlich unterschritten.

Auch die marktbasierten langfristigen Inflationserwartungen für fünf Jahre in fünf Jahren liegen mit 1,32 Prozent deutlich unter den Vorstellungen der Notenbank.

Eine nachhaltige Zinswende erscheint in diesem Umfeld unwahrscheinlich. Steigende Zinsen aufgrund von steigender Inflation würden dem Anleger auch nicht viel bringen, da immer der Realzins (Zins abzgl. Inflation) entscheidend ist. In diesem Zusammenhang könnten inflationsgebundene Anleihe eine prüfenswerte Ergänzung für das Depot sein.

Auch die Verstärkung fiskalpolitischer Maßnahmen spricht eher gegen eine Zinswende. Schließlich lassen sich steigende Schulden einfacher finanzieren, wenn die Zinsen niedrig ist.

Der globale Sparüberschuss, Digitalisierung und die Demographie wirken ebenfalls zinsdämpfend.

Was bedeutet das für Anleger?

Die finanzielle Repression bleibt uns auf absehbare Zeit erhalten. Eine Professionalisierung der finanziellen Entscheidungen und deren Umsetzung ist daher sinnvoll.

Strafzinsen, Unsicherheit und US-Konjunktur

By Alle Publikationen, Inflationscheck, Markteinschätzung No Comments

Banken verlangen zunehmend Strafzinsen bzw. Verwahrgebühren auf Kontoguthaben. Bei einer offiziellen Inflationsrate in Höhe von 1,2 Prozent nimmt der Anlagedruck damit weiter zu. Der YPOS Inflationscheck zeigt die aktuellen Renditen der wichtigsten zinstragenden Vermögensklassen.

Vermögensklassen im Inflationscheck

Die Grafik zeigt die offizielle Inflationsrate (rote Linie) und die aktuellen Renditen. Deutsche Staatsanleihen und Kontoguthaben weisen eine negative Rendite auf. Aber selbst Anleihen mit politischen Risiken (Staatsanleihen Eurozone) oder Bonitätsrisiken (Unternehmensanleihen, Nachranganleihen von Banken) bieten nur sehr geringe Renditen.

Lediglich Hochzinsanleihen von Unternehmen mit schwächerer Bonität bieten eine Rendite, die an frühere Zeiten auf dem Tagesgeldkonto erinnert. Die Risiken der beiden Anlagen sind natürlich nicht vergleichbar. Umso deutlicher illustrieren sie den stattgefundenen Wandel.

Unsicherheit auf Rekordniveau

Der Index der wirtschaftlichen Unsicherheit befindet sich auf einem Rekordniveau (dunkelblau). Spiegelbildlich dazu ist das Vertrauen der institutionellen Investoren auf einem sehr niedrigen Niveau (orange).

Dies erscheint mit dem Blick auf die volkswirtschaftlichen Daten durchaus rational. Schließlich zeigen die umfragebasierten Stimmungsindikatoren ein sich stark eintrübendes Bild der Zukunft. Insbesondere für Deutschland scheinen die Bäume nicht mehr in den Himmel zu wachsen. Das aktuelle Herbstgutachten ist hier nur ein Beispiel.

ISM Indices und US-Arbeitsmarkt

Die vielbeachteten ISM Indices haben die vorherrschende Skepsis in dieser Woche bestätigt. Sowohl im verarbeitenden, als auch im Dienstleistungssektor kühlt die Stimmung deutlich ab.

Die aktuellen US-Arbeitsmarktdaten (4.10.2019) stimmen dann etwas versöhnlich.

Dies wird jedoch wohl nicht ausreichen, um die Rezessionsängste nachhaltig zu reduzieren.

Risikoaversion bleibt erhöht

Folgerichtig zeigt der, auf Basis von Marktpreisen ermittelte, Indikator für die Risikoaversion der Investoren einen starken Anstieg in den letzten Monaten.

Marktreaktionen sind schwer zu „timen“

Für die nächsten Monate erwarten wir eine anhaltend schwache oder sogar eine sich weiter abschwächende Wirtschaft. Die Notenbanken werden zunehmend zu stimulierenden Maßnahmen greifen und auch von fiskalpolitischer Seite (selbst in Deutschland) wird Unterstützung immer wahrscheinlicher.

Die Kapitalmärkte sollten, wie in den letzten Monaten, mit deutlichen Kursschwankungen reagieren. Dabei wird es Phasen mit großen Enttäuschungen geben, in welchen die Aktienmärkte deutliche Kursverluste erleiden. Diese werden von starken und abrupten Kursanstiegen abgelöst. Die Auslöser für Erholungsrallyes erwarten wir in Folge der Bekanntgabe von stimulierenden Maßnahmen bzw. positiven politischen Nachrichten.

Rückschlüsse auf die Anlagestrategie

In diesem Marktumfeld halten wir weiterhin eine defensive Positionierung (in Relation zur persönlichen strategischen Ausrichtung) für angebracht. Damit bringt man sich in die Ausgangslage, auf erwartete Aktienkursrückgänge schnell und effizient reagieren zu können. Bei Aktienmarktrückgängen zwischen ca. 5% und 15% kann die Aktienquote antizyklisch angehoben werden– vorausgesetzt, es bleibt bei unserer derzeitigen Einschätzung der Marktlage.

Gold, Staatsanleihen und Aktien mit defensivem Charakter bilden zusammen den robusten Kern eines Portfolios. Dieser ist darauf ausgerichtet, in einer Welt mit niedrigen oder gar weiter fallenden Zinsen, anhaltenden politischen Unsicherheiten und hohen Kursschwankungen am Aktienmarkt eine stabile Ausgangsbasis für Anpassungen des Depots zu gewährleisten.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Vermögensklassen im Inflationscheck – Finanzielle Repression

By Alle Publikationen, Inflationscheck No Comments

Nach Lesart des statistischen Bundesamts sind die Konsumentenpreise in Deutschland im Januar 2019 um 1,4 Prozent angestiegen. Gleichzeitig notiert die dreißigjährige Bundesanleihe bei 0,8 Prozent vor Steuern. Die finanzielle Repression ist zwar heute in den Schlagzeilen kaum noch präsent, aber in den Auswirkungen auf die Vermögensentwicklung wirkungsvoller denn je.

Defensive Sektoren mit Kaufkraftverlust

Bundesanleihen und Pfandbriefe sind die klassischen Segmente konservativer Anleger. Es ist offensichtlich, dass die aktuellen Renditen nicht ausreichen, um die Inflation zu kompensieren.

Die defensiven Segmente der Anleihemärkte weisen also eine deutlich negative Realverzinsung auf. Bei den risikoreichen Segmenten stellt sich die Frage, ob die gezahlten Renditen die tatsächlichen Risiken ausreichend reflektieren. Angesichts des langanhaltenden Anlagenotstands ist große Skepsis angebracht.

Inflation – Unterhalb des Notenbankziels

Die Europäische Zentralbank verfolgt ein Inflationsziel von nahe 2 Prozent (rote Linie). Aktuell liegt die Inflation (türkis) bei 1,4 Prozent. Die jüngste Tendenz ist fallend. Bereinigt man die Inflation um die besonders schwankungsreichen Komponenten ergibt sich die Kerninflationsrate (dunkelblau). Diese beträgt nur 1 Prozent.

Auch die marktbasierten langfristigen Inflationserwartungen für fünf Jahre in fünf Jahren liegen mit rund 1,5 Prozent unter den Vorstellungen der Notenbank.

Zudem zeigen einige Indikatoren eine Abschwächung der konjunkturellen Dynamik. Darüber hinaus besteht kein Mangel an geopolitischen Herausforderungen. Im Ergebnis erscheint eine nachhaltige Wende der Geldpolitik in der Eurozone unter diesen Gesamtbedingungen weiterhin nur sehr schwer vorstellbar.

Mit Bundesanleihen ist der Kaufkraftverlust sicher

Wie extrem sich die Zinssituation darstellt zeigt die dreißigjährige Bundesanleihe. Diese rentiert mit 0,8 Prozent.

Damit wird offensichtlich, dass nicht „nur“ die kurz- bis mittelfristige Geldanlage, sondern auch die sehr langfristige Kapitalanlage und die Altersvorsorge vor großen Herausforderungen stehen.

Im Ergebnis ist die gesamte Vermögensstrukturierung und Ruhestandsplanung auf den Prüfstand zu stellen. Gerne helfen wir Ihnen diese Herausforderungen anzugehen.