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Markteinschätzung

Inflationscheck zeigt finanzielle Repression – Ausweichmanöver und Problemstellungen

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Nach Lesart des statistischen Bundesamts sind die Konsumentenpreise in Deutschland im Dezember 2019 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,5 Prozent angestiegen. Aus der Anlegerperspektive betrachtet befinden wir uns weiterhin in der finanziellen Repression, da Zinsen und Renditen unterhalb der offiziellen Inflationsrate liegen. Fehlerpotential und Beratungsbedarf bleiben auf einem hohen Niveau.

Vermögensklassen im Inflationscheck

Bei einer Rendite von -0,55 Prozent für fünfjährige deutsche Bundesanleihen ergibt sich ein rechnerischer Kaufkraftverlust von 2 Prozent. Einzig Hochzinsanleihen weisen auf Basis der aktuellen Einkaufsrenditen eine positive Rendite nach Steuern und Inflation aus. Hierbei sind jedoch die entsprechenden Laufzeit- und erhöhten Kreditrisiken zu berücksichtigen. Mögliche starke Preisbewegungen bei veränderter Liquiditäts- oder Konjunkturlage sind hier nicht zu unterschätzen.

Ausweichmanöver und Problemstellungen

Ausweichmanöver institutioneller Anleger in Richtung nicht börsennotierter Schuldinstrumente (private Debt) sind daher nachvollziehbar, aber sicherlich auch mit Fallstricken behaftet. Gleiches gilt für Private Equity und Infrastrukturinvestments. Fraglich ist hier, ob Illiquidität, wie in der Vergangenheit, noch eine positive Prämie darstellt oder bereits ein Aufschlag anfällt.

Bei privaten Anlegern ist der Beratungsbedarf noch größer. Hier zeigen sich zwei große Probleme:

  1. Es wurde noch gar nicht erkannt, dass die Renditeerwartung der aktuellen Anlagestrategie nicht ausreicht, um die finanziellen Ziele zu erreichen. Damit verändert sich beispielsweise der mögliche Lebensstandard im Alter, der vorgezogene Ruhestand verschiebt sich nach hinten oder der gewünschte Vermögenserhalt zu Gunsten der Kinder wird nicht erreicht.
  2. Die Suche nach Anlageprodukten die einen gedanklichen „Zinsersatz“ darstellen sind in der Realität Prämien für eingegangen Risiken. Beispielsweise sind dies Bonitäts, Laufzeit und Illiquiditätsprämien. Auch Optionserträge sind keine klassischen Zinsen und haben besondere Charakteristika, die es zu berücksichtigen gilt. Allgemein formuliert sollten die „neuen“ Risiken vor der Investition in die Anlagestrategie eingeordnet werden. Zudem stellt sich die Frage, ob die absolute Vergütung der eingegangen Risiken attraktiv ist.

Im Ergebnis wird deutlich, dass ein fehlender Finanzplan und eine fehlende Anlagestrategie nachteilig sind.

Inflation- und Erwartungen in der Eurozone

In der Eurozone liegt die Inflation bei 1,3 Prozent. Die Kerninflationsrate liegt bei 1,0 Prozent. Das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist damit deutlich unterschritten.

Auch die marktbasierten langfristigen Inflationserwartungen für fünf Jahre in fünf Jahren liegen mit 1,32 Prozent deutlich unter den Vorstellungen der Notenbank.

Eine nachhaltige Zinswende erscheint in diesem Umfeld unwahrscheinlich. Steigende Zinsen aufgrund von steigender Inflation würden dem Anleger auch nicht viel bringen, da immer der Realzins (Zins abzgl. Inflation) entscheidend ist. In diesem Zusammenhang könnten inflationsgebundene Anleihe eine prüfenswerte Ergänzung für das Depot sein.

Auch die Verstärkung fiskalpolitischer Maßnahmen spricht eher gegen eine Zinswende. Schließlich lassen sich steigende Schulden einfacher finanzieren, wenn die Zinsen niedrig ist.

Der globale Sparüberschuss, Digitalisierung und die Demographie wirken ebenfalls zinsdämpfend.

Was bedeutet das für Anleger?

Die finanzielle Repression bleibt uns auf absehbare Zeit erhalten. Eine Professionalisierung der finanziellen Entscheidungen und deren Umsetzung ist daher sinnvoll.

Wie sollte man die starken Aktiengewinne 2019 einordnen?

By Alle Publikationen, Markteinschätzung No Comments

Das Jahr 2019 war ein sehr erfreuliches Jahr. Am Beispiel des US-Aktienmarktes schlagen wir eine Brücke vom Aktienmarkt zur individuellen Einordung auf Anlegerebene.

Es war ein großartiges Jahr für Aktien

Aus Vereinfachungsgründen betrachten wir nur einen Aktienindex (US-Leitindex S&P500). Unterstellt man eine Reinvestition der Dividenden ergibt sich im laufenden Jahr ein Gewinn von 30 Prozent (Schlusskurse 19.12.2019).

Das ist ja schon mal gut. Aber es geht noch besser..

Schmück du den Baum Schatz, ich muss ordern

Wer am Weihnachtstag 2018 investiert hat, der konnte sogar einen Gewinn von knapp 40 Prozent erzielen.

Entwicklung über zwei Jahre

Betrachtet man hingegen die Entwicklung in den vergangenen 24 Monaten, dann stellt man fest, dass ein Großteil der Kursgewinne in 2019 „nur“ die Aufholung der Verluste aus 2018 war. Das kleine „nur“ ist allerdings das größte Problem aller Anleger. Dies gilt nicht nur für private Anleger, sondern auch für professionelle Marktteilnehmer (Fondsmanager und Vermögensverwalter).

Die Kapitalmarktrenditen zu verdienen ist eben nicht so einfach, wie es im Nachhinein aussieht… Schließlich hätte der Markt ja auch beim Stand von minus 20 Prozent weiter fallen können. Wer weiß das schon? Denken Sie mal an die Schlagzeilen zu Beginn des Jahres 2019 zurück.

Zudem ist festzuhalten, dass ein Verlust von 20 Prozent einen Gewinn von 25 Prozent benötigt, um wieder beim Ausgangspunkt anzukommen. Ein Verlust von 50 Prozent benötigt einen Gewinn von 100 Prozent. Sehr starke Verluste „töten“ den Zinseszinseffekt (Compounding).

Schließlich dauert es bei sehr starken Verlusten häufig viele Jahre, um wieder bei dem Ausgangspunkt anzukommen. Noch dazu ist es nicht garantiert. Allerdings sprechen historische Muster und auch wirtschaftliche Logik dafür. Und es gilt für den Markt, aber nicht für prozyklisch handelnde Anleger.

Lohnen sich mehr als 65 Prozent Aktienquote?

Auf der Gesamtvermögensebene lohnt es sich daher nicht, Aktienquoten jenseits der 65 Prozent als strategische Aktienquote zu definieren. Eine starke Abweichung (taktisch) nach oben empfiehlt sich tendenziell nur nach starken Rückgängen am Aktienmarkt.

Doch ohne schriftlichen Investmentplan mit klaren Regeln schafft es erfahrungsgemäß kein Anleger, dann zu kaufen, wenn die Kurse fallen und die Schlagzeilen den Weltuntergang verkünden.

Diesen Investmentplan zu entwickeln, handwerklich gut umzusetzen und dessen konsequente Einhaltung dauerhaft (!) zu sichern ist übrigens der große Mehrwert einer echten Finanzberatung. Der Autor bietet diese Dienstleistung an und ist an diesem Punkt nicht neutral. 🙂

Welche Perspektive sollten Anleger einnehmen?

Anleger sollten zunächst darauf achten, dass die Aktienquote zu ihrer persönlichen Liquiditätsplanung und sonstigen Zielen passt. Wer weder einen Berater bezahlen, noch selbst die Zeit aufwenden möchte, um eine ganzheitliche Anlagestrategie zu entwickeln, der sollte zumindest darauf achten, dass die sich die Aktienquote innerhalb der Bandbreite der finanziellen Risikobereitschaft befindet.

Da jeder Mensch Risiken anders definiert, gilt es, diesen Begriff mit Leben zu füllen. Dies kann anhand eines wissenschaftlich fundierten Fragebogens erfolgen. Anhand von 25 Fragen ist die Quote und die Bandbreite wachstumsorientierter Vermögensklassen ein wichtiges Teilergebnis.

Hier liegen die finanzielle Risikobereitschaft (59 Prozent), die im Rahmen der Herleitung der Anlagestrategie ermittelte strategische Aktienquote (65 Prozent) und die und die im Depot umgesetzte Aktienquote (60 Prozent) sehr eng beisammen. So sollte es sein.

Der kostenfreie Zugang zu dem Fragebogen kann bei uns angefordert werden.

Im nächsten Schritt ist zu prüfen, ob das eigene Depotergebnis zu der Entwicklung an den Kapitalmärkten passt. Der Zeitraum sollte mindestens drei Jahre betragen.

Im vorliegenden Fall ist ein globaler Aktienindexfonds der Vergleichsmaßstab. Dieser hat ein Plus von 48 Prozent erzieht. Die liquiden Vermögenswerte im Depot haben ein Plus von 32 Prozent erzielt.

Diese 32 Prozent (Depot) sind 67 Prozent von 48 Prozent (globaler Aktienmarkt). Damit hat das Depot die gewünschte Partizipation (65 Prozent) am globalen Aktienmarkt erreicht. So soll es sein.

In der Detailbetrachtung sieht man, dass sich die Aktien im Depot besser als der globale Aktienmarkt entwickelt haben. Der Mischfonds hat sich fast nicht verändert.

Bei der Aktienauswahl hatte man also Glück und war gleichzeitig schlecht diversifiziert. Schließlich waren nur US-Aktien im Depot. Das war der beste der großen Aktienmärkte. Nach vorne blickend wären Europa und Schwellenländer sinnvolle regionale Ergänzungen. Die Beimischung von Value in Sachen Anlagestil zu prüfen.

Der defensive Mischfonds hat sich sehr unterdurchschnittlich entwickelt. Er konnte nicht an der Rally am Rentenmarkt partizipieren. Hier sind Anpassungen erforderlich.

Ergebniswürdigung

Der Anleger möchte eine Aktienquote von 65 Prozent haben. Dies liegt vor. Zudem soll innerhalb der Aktienquote ein Ergebnis erzielt werden, das sich am globalen Aktienmarkt orientiert. Dieses wurde übertroffen. Insgesamt war das Ergebnis gut, aber eindeutig etwas zu einseitig vom Glück der regionalen Aktienauswahl abhängig. Zudem ist der Mischfonds zu ersetzen.

Was bedeutet das für mich?

Die Renditen in einzelnen Aktienmärkten und dem Kapitalmarkt als Ganzes sind natürlich wichtig. Bedeutender für Sie sind allerdings die Entwicklungen in Ihrem persönlichen Depot. Die Anlagestrategie sollte zur persönlichen Risikobereitschaft passen. Zudem sollten Sie in der Lage sein, die historischen Wertentwicklungen Ihres Depots erklären zu können. Damit geht Hand in Hand, dass Sie ungefähr abschätzen können, wie sich Ihr Depot verhält, wenn der Aktienmarkt in der Zukunft um „X“ Prozent fällt oder Gold um „Y“ Prozent steigt.

Zeitreise und zeitlose Lektionen für Anleger

By Alle Publikationen, Markteinschätzung No Comments

Was sagt uns der Blick auf die letzten drei Jahre am Kapitalmarkt? Welche Schlussfolgerungen können Anleger heute für die aktuelle Anlagestrategie ziehen?

Das Kalenderjahr 2017

Marktentwicklung: Das Jahr 2017 verlief sehr erfreulich. Aktien und Gold zeigten erfreuliche Kursgewinne und globale Anleihen (währungsgesichert) haben ihren Wert gehalten.

Anlegerstimmung: Was soll schon schief gehen? Es kann nur weiter steigen. Diversifikation und Risikomanagement werden vollkommen überschätzt.

Das Kalenderjahr 2018

Marktentwicklung: Das Jahr 2018 verlief zumindest für einige Segmente (Aktien Industrienationen) den Großteil des Jahres recht unspektakulär. Im vierten Quartal änderte sich das Bild allerdings schlagartig. Im Ergebnis lagen nahezu alle investierbaren Vermögensklassen im Minus.

Anlegerstimmung: Diversifikation hat versagt! Wir müssen jetzt Risikomanagement betreiben.

Das Kalenderjahr 2019

Marktentwicklung: Das Jahr 2019 (Stand 3.12.2019) war bisher überaus erfreulich. Alle relevanten Vermögensklassen sind stark gestiegen. Selbst defensive Vermögenskonzepte (30 Prozent Aktien, 70 Prozent Anleihen) haben Renditen jenseits der 6 Prozent Rendite erzielt.

Anlegerstimmung: Sehr unterschiedlich. Von „alles künstlich durch die Notenbanken“ bis zu „ist doch logisch bei Nullzinsen, jetzt mehr Risiko ins Depot nehmen“ ist alles dabei. Diversifikation interessiert immer noch niemanden.

Lektionen für Anleger

  1. Die Renditen am Kapitalmarkt kann weder jemand vorhersagen, noch sind sie zuverlässig aus vergangenen Kursen herauszulesen.
  2. Schlagzeilen, Stimmung und Bestsellerlisten sind kein geeigneter Indikator für die persönliche Anlagestrategie.
  3. Der Erfolg der Anlagestrategie zeigt sich darin, ob das eingegangene Risiko adäquat durch Renditen vergütet worden ist. Die Betrachtung muss also risikogewichtet (!) vorgenommen werden.
  4. Voraussetzung für Punkt 3 ist, dass passende Vergleichsmaßstäbe für die eigene Anlagestrategie definiert werden. Bsp.: 50 Prozent Aktien Welt, 40 Prozent Anleihen Welt (währungsgesichert), 10 Prozent Gold.
  5. Die Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung des Depots von dem in Punkt 4 definierten Vergleichsmaßstab sind quantitativ zu messen und zu qualitativ zu erklären.

Ein Beispiel für eine quantitative Auswertung sehen Sie hier:

Natürlich hat ein Privatanleger nicht diese Möglichkeiten. Aber für vieles reichen die Grundrechenarten. Bei der unter Punkt 4 beispielhaften genannten Struktur sollte der Ertrag des Portfolios dieses Jahr zwischen 10 und 20 Prozent gelegen haben. 2018 sollte das Depot einen Verlust zwischen 5 und 10 Prozent erlitten haben. Diese Bandbreiten sind die Normalerwartung für die beispielhafte strategische Struktur. Abweichungen sind zu hinterfragen.

Was heißt das für mich?

Professionalisieren Sie Ihr finanziellen Entscheidungen und die Messung der Ergebnisse. Legen Sie Quoten für die wichtigsten Vermögensklassen fest und hinterfragen Sie diese nicht laufend. Solange das grundsätzliche Marktumfeld und ihre persönliche Situation konstant bleiben, sind auch keine großen Anpassungen notwendig.

Wichtig ist allerdings, dass die Risikostreuung innerhalb der Quoten beachtet wird. Insofern sind auch Indexstrategien (ETFs) nicht passiv, da sich deren deren Charakteristika laufend ändern. Durch regulatorische und gesellschaftliche Veränderungen können weitere Anpassungen erforderlich sein. Aktuell ist hier sicher das Thema Nachhaltigkeit für jeden Anleger relevant (unabhängig von der eigenen Meinung!).

Im aktuellen Umfeld bedeutet Rebalancing eher Risiken ab, als auf zubauen. Aber auch hier gilt: Ohne strategischen Vergleichsmaßstab ist selbst das nicht möglich.

Absicherung gegen Verluste – Mehr Handwerk als Meinung

By Alle Publikationen, Markteinschätzung No Comments

Jede Form der Geldanlage, ob Konto oder Aktie, stellt ein Risiko dar. In Abhängigkeit des Risikos erhalten Anleger eine Kompensation in Form von Renditen. Aber sind alle Risiken gleich?

Was ist Risiko?

Auf der einfachsten Ebene müssen Anleger eine Gewichtung zwischen der temporären Schwankung des eingesetzten Kapitals und der Wahrscheinlichkeit einer dauernden Wertminderung vornehmen. Dies kann man jeweils mit oder ohne Inflation betrachten.

Das Kontoguthaben bei einer Bank hat (sofern keine „Strafzinsen“ bzw. Verwahrgebühren anfallen) keine sichtbaren Schwankungen. Allerdings müssen Anleger einen sicheren Verlust an Kaufkraft akzeptieren. Ein global diversifiziertes Aktienportfolio hat sehr hohe Schwankungen. Es bietet aber die Chance langfristig eine nominelle Rendite oberhalb der Inflation zu erzielen. Damit ist der Kaufkrafterhalt bzw. deren Steigerung möglich.

Eine vereinfachte Darstellung dieser Systematik der Risikoprämien zeigt die Grafik.

Selbstverständlich spielt auch der Zeitraum der Betrachtung eine wichtige Rolle. Es wird offensichtlich, dass Anleger nicht nicht anlegen können. Auch Kontoguthaben, das über die Rücklage hinausgeht, ist Ausdruck einer Zukunftserwartung.

Was heißt das in der Praxis?

Je nach gewünschter Funktion in der Vermögensstruktur gibt es also unterschiedliche Vermögensklassen und Instrumente. Im andauernden Anlagenotstand scheinen die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Vermögensklassen und deren Funktion manchmal zu verwischen…

Nehmen wir das Thema Absicherung von Aktien mittels Derivaten. Hier scheint manchmal nicht klar, was und warum eigentlich genau „abgesichert“ werden soll. Die normale Kursentwicklung von Aktien abzusichern erscheint nicht wirklich zielführend, denn dann bleibt von der Risikoprämie der Aktien wenig bis nichts übrig.

Je nach Marktmeinung und Zielsetzung kann dieses Vorgehen (permanente oder fallweise Absicherung) für Teilsegmente des Vermögens sinnvoll sein. Es weist dann aber nicht die Charakteristika eines Aktieninvestments auf. Dies ist insbesondere bei steigenden Kursen relevant. Strategien sind also nicht per se gut oder schlecht, sondern im Kontext des gewünschten Anlageziels zu werten.

Oft gewinnt man auch den Eindruck, dass der Wunsch nach „Absicherung“ sehr stark von den aktuell negativen Kursentwicklungen und den (dann natürlich passenden) Schlagzeilen abhängt.

Wie geht es besser?

Unterstellen wir einen Anleger, der eine strategische Aktienquote (Target) von 65 Prozent definiert hat. Durch die gestiegenen Kurse ist die aktuelle Aktienquote nun auf 85 Prozent (Current) gestiegen.

Unterstellen wir, dass das Depot bereits einen sehr hohen Diversifikationsgrad (=Risikostreuung) aufweist, dann bleiben am Ende nur zwei Möglichkeiten:

  1. Aktienpositionen verkaufen
  2. Eine Absicherung vornehmen

An dieser Stelle sei angemerkt, dass kaum ein Depot diesen sehr hohen Grad an Risikostreuung aufweist. Hier wird leider immer noch sehr viel Potential von Anlegern (insbesondere privaten) verschenkt.

Gleichzeitig besteht aktuell durchaus die Möglichkeit, dass der Grad der Risikostreuung im eigenen Depot massiv überschätzt wird.

Wie könnten Überlegungen zur Absicherung aussehen?

In der ursprünglichen Herleitung der Anlagestrategie (hier nicht weiter beschrieben) wurde ein beispielhafter Verlust in Höhe von 15.000 Euro als noch akzeptabel definiert. Die Gründe dafür können vielfältig sein.

Gesucht ist nun eine Absicherung, die den maximalen Verlust (trotz der gestiegenen Aktienquote) zu einem gewissen Zeitpunkt (hier Juni 2020) ungefähr auf 15.000 Euro begrenzt.

Aus Vereinfachungsgründen wurde hier unterstellt, dass sich die anderen Vermögensklassen (hier 15 Prozent des Depots) bei einem Rückgang nicht bewegen. In der Realität sieht das natürlich aus. Zudem wurde nur eine Absicherung auf den US-Markt unterstellt.

Das Ergebnis zeigt eine Absicherung, die ungefähr dem gewünschten Verlust in Euro entspricht. Diese ist relativ günstig (0,96 Prozent für 6,5 Monate), weil sie so weit aus dem Geld liegt und damit dem natürlichen Charakter von Aktien (zweistellige Schwankungen) Rechnung trägt.

Wir erinnern uns: Es geht hier nicht darum meinungsgetriebenes Market-Timing zu betreiben, sondern das in Euro gemessene Verlustpotenzial konstant zu halten.

Was heißt das für Anleger?

Setzen Sie die richtigen Prioritäten. Zuerst kommt die Herleitung der strategischen Vermögensstruktur, dann eine diversifizierte und effiziente Umsetzung und erst danach sind Überlegungen zur Absicherung anzustellen. Sofern Sie permanent über Ihre Aktienquote nachdenken oder sich durch Schlagzeilen verunsichern lassen, dann passt die Aktienquote einfach nicht zu Ihnen.

Strafzinsen, Unsicherheit und US-Konjunktur

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Banken verlangen zunehmend Strafzinsen bzw. Verwahrgebühren auf Kontoguthaben. Bei einer offiziellen Inflationsrate in Höhe von 1,2 Prozent nimmt der Anlagedruck damit weiter zu. Der YPOS Inflationscheck zeigt die aktuellen Renditen der wichtigsten zinstragenden Vermögensklassen.

Vermögensklassen im Inflationscheck

Die Grafik zeigt die offizielle Inflationsrate (rote Linie) und die aktuellen Renditen. Deutsche Staatsanleihen und Kontoguthaben weisen eine negative Rendite auf. Aber selbst Anleihen mit politischen Risiken (Staatsanleihen Eurozone) oder Bonitätsrisiken (Unternehmensanleihen, Nachranganleihen von Banken) bieten nur sehr geringe Renditen.

Lediglich Hochzinsanleihen von Unternehmen mit schwächerer Bonität bieten eine Rendite, die an frühere Zeiten auf dem Tagesgeldkonto erinnert. Die Risiken der beiden Anlagen sind natürlich nicht vergleichbar. Umso deutlicher illustrieren sie den stattgefundenen Wandel.

Unsicherheit auf Rekordniveau

Der Index der wirtschaftlichen Unsicherheit befindet sich auf einem Rekordniveau (dunkelblau). Spiegelbildlich dazu ist das Vertrauen der institutionellen Investoren auf einem sehr niedrigen Niveau (orange).

Dies erscheint mit dem Blick auf die volkswirtschaftlichen Daten durchaus rational. Schließlich zeigen die umfragebasierten Stimmungsindikatoren ein sich stark eintrübendes Bild der Zukunft. Insbesondere für Deutschland scheinen die Bäume nicht mehr in den Himmel zu wachsen. Das aktuelle Herbstgutachten ist hier nur ein Beispiel.

ISM Indices und US-Arbeitsmarkt

Die vielbeachteten ISM Indices haben die vorherrschende Skepsis in dieser Woche bestätigt. Sowohl im verarbeitenden, als auch im Dienstleistungssektor kühlt die Stimmung deutlich ab.

Die aktuellen US-Arbeitsmarktdaten (4.10.2019) stimmen dann etwas versöhnlich.

Dies wird jedoch wohl nicht ausreichen, um die Rezessionsängste nachhaltig zu reduzieren.

Risikoaversion bleibt erhöht

Folgerichtig zeigt der, auf Basis von Marktpreisen ermittelte, Indikator für die Risikoaversion der Investoren einen starken Anstieg in den letzten Monaten.

Marktreaktionen sind schwer zu „timen“

Für die nächsten Monate erwarten wir eine anhaltend schwache oder sogar eine sich weiter abschwächende Wirtschaft. Die Notenbanken werden zunehmend zu stimulierenden Maßnahmen greifen und auch von fiskalpolitischer Seite (selbst in Deutschland) wird Unterstützung immer wahrscheinlicher.

Die Kapitalmärkte sollten, wie in den letzten Monaten, mit deutlichen Kursschwankungen reagieren. Dabei wird es Phasen mit großen Enttäuschungen geben, in welchen die Aktienmärkte deutliche Kursverluste erleiden. Diese werden von starken und abrupten Kursanstiegen abgelöst. Die Auslöser für Erholungsrallyes erwarten wir in Folge der Bekanntgabe von stimulierenden Maßnahmen bzw. positiven politischen Nachrichten.

Rückschlüsse auf die Anlagestrategie

In diesem Marktumfeld halten wir weiterhin eine defensive Positionierung (in Relation zur persönlichen strategischen Ausrichtung) für angebracht. Damit bringt man sich in die Ausgangslage, auf erwartete Aktienkursrückgänge schnell und effizient reagieren zu können. Bei Aktienmarktrückgängen zwischen ca. 5% und 15% kann die Aktienquote antizyklisch angehoben werden– vorausgesetzt, es bleibt bei unserer derzeitigen Einschätzung der Marktlage.

Gold, Staatsanleihen und Aktien mit defensivem Charakter bilden zusammen den robusten Kern eines Portfolios. Dieser ist darauf ausgerichtet, in einer Welt mit niedrigen oder gar weiter fallenden Zinsen, anhaltenden politischen Unsicherheiten und hohen Kursschwankungen am Aktienmarkt eine stabile Ausgangsbasis für Anpassungen des Depots zu gewährleisten.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Nullzins, Gründe für Gold und Risikomanagement

By Alle Publikationen, Markteinschätzung No Comments

Die Inflation liegt bei 1,4 Prozent, fünfjährige deutsche Staatsanleihen rentieren bei minus 0,92 Prozent. Gleichzeitig hat Gold ein neues Allzeithoch erklommen. Die noch gescholtenen Trendfolger könnten vor einem Comeback in der Gunst der Anleger stehen… Wir schauen auf die wichtigsten Punkte.

Herausforderung Kaufkrafterhalt

Nach Lesart des statistischen Bundesamts sind die Konsumentenpreise in Deutschland im August 2019 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,4 Prozent angestiegen. Im Vormonat betrug der Anstieg noch 1,7 Prozent. Die gefallene Inflationsrate passt damit in das Bild einer sich abschwächenden deutschen Wirtschaft. Für die gesamte Eurozone beträgt die Inflation aktuell 1,0 Prozent. Das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist damit deutlich unterschritten.

Am Rentenmarkt sind weiter historisch einmalige Zustände zu beobachten. Ein Kaufkrafterhalt ist auf Basis der aktuellen Renditen nicht möglich.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat viele Argumente, die eine expansive Geldpolitik unterstützen. Schließlich liegt die Kerninflationsrate nur bei 0,9 Prozent. Auch die marktbasierten langfristigen Inflationserwartungen für fünf Jahre in fünf Jahren liegen mit 1,2 Prozent deutlich unter den Vorstellungen der Notenbank.

Im Ergebnis stellt sich nur die Frage, ob weitere Maßnahmen bereits vollständig in den Preisen der Anleihen enthalten sind, oder ob der Markt das Ausmaß der möglichen Interventionen überschätzt.

Aufgrund der jüngsten Kursentwicklungen scheint etwas Vorsicht angebracht. Eine vollständige Abkehr von Anleihen ist allerdings nicht anzuraten. Anleger sollten allerdings darauf achten, dass das gesamte Diversifikationspotenzial innerhalb des Anleihemarktes genutzt wird. Die Kombination von ausgewählten aktiven Managern und passiven Indexlösungen (ETF) erscheint uns aktuell die beste Lösung zu sein.

Dramatik jenseits der Schlagzeilen

Die jüngsten Kursgewinne sind zwar erfreulich, aber naturgemäß dämpfen diese die zukünftigen Erträge. Während die Zuwächse von hundertjährigen Anleihen spektakuläre Schlagzeilen produziert haben, dürfte die Tatsache, dass mit „A“ geratete Anleihen erst nach über fünf Jahren die Nulllinie schneiden deutlich bedeutsamer für die Finanzmärkte und die Anleger sein.

Allgemein ist der Blick auf die Zinsstrukturkurven recht deprimierend. Die Ertragserwartungen sind nach unten anzupassen. Die Suche nach „Zinsersatz-Investments“ dürfte daher auf einem hohen Niveau verbleiben. Die aktuellen Rahmenbedingungen erfordern eine detaillierte Depotanalyse.

Risikomanager im Aufwind

Auch der Bedarf an Strategien, die bei Rückgängen am Aktienmarkt (zumindest theoretisch aufgrund der einsetzbaren Instrumente) positive Erträge erzeugen können dürfte steigen. Diese Strategien konnten seit der Finanzkrise nicht mit simplen Anlagestrategien mithalten. Allerdings hat sich dieses Bild auf Sicht der letzten fünf Jahre bereits gedreht. In der breiten Öffentlichkeit ist das allerdings noch nicht angekommen…

Die zuletzt sehr starke Entwicklung der Trendfolger ist vor allem in dem deutlichen Trend bei Anleihen zu finden. Anleger sollten nun auf keinen Fall blind in diese Strategien investieren. Es soll hier vielmehr ein Plädoyer für die aktive Auseindersetzung mit der eigenen Anlagestrategie und dem grundlegenden Risikomanagement sein. Dies gilt umso mehr, wenn man die prozyklische und nur positive Berichterstattung zur Vorteilhaftigkeit von Wertpapieren ohne Risikomanagement betrachtet.

Letztendlich muss die Analyse von Risiken sowohl auf der Anleger- als auch der Anlageebene erfolgen. Eine Fortschreibung der Entwicklung seit der Finanzkrise ist auf keinen Fall empfehlenswert!

Gold mit neuem Allzeithoch

In Euro gerechnet (dunkelblau) hat der Goldpreis jüngst ein neues Hoch erreicht.

Diesen Rückenwind durch den schwächeren Euro hat natürlich nicht nur Gold erhalten. Alle in US-Dollar notierenden Vermögenswerte (von Staatsanleihen bis Technologie Aktien) profitierten hievon.

Eine Fondsgesellschaft (Quelle aus Compliance Gründen nicht genannt) führt zehn Gründe auf, die aktuell dafür sprechen über die Investition in Gold und Goldminen nachzudenken:

  1. Weitere Zinssenkungen in den USA sind absehbar: Drei Zinssenkungsrunden fanden in den Vereinigten Staaten bereits im laufenden Jahr statt. Ihr Effekt wirkt sich zwar negativ auf den US-Dollar, aber positiv auf den Goldpreis aus.
  2. Negative Realzinsen sind in Reichweite gerückt: Der Zinssatz auf 10-jährige US-Staatsanleihen ist auf 0,26 Prozent gesunken. Zu Jahresbeginn lag dieser Satz noch bei 0,98 Prozent. Wenn die Zinsen ins Negative rutschen, ist das positiv für Gold. Die Opportunitätskosten beim Halten des Edelmetalls verringern sich.
  3. Bisher bleibt der US-Dollar robust: Der US-Dollar-Index DXY verharrt derzeit bei 97,6 Punkten. Im September 2018 rangierte er noch bei 93,9 Zählern; zu diesem Zeitpunkt ging der Markt noch von steigenden US-Zinsen aus. Aktuell beeinträchtigt der relativ starke US-Dollar die Wettbewerbsfähigkeit der USA. Sollte die Währung an Wert verlieren, wird sich der Goldpreis positiv entwickeln.
  4. Die Investitionsrisiken am breiten Markt haben sich erhöht: Zwar ist in den nächsten 12 bis 18 Monaten keine Rezession zu erwarten. Allerdings sind die Risiken, dass es zu einer Rezession kommen könnte, gestiegen. Der breite Aktienmarkt schwächelte in den vergangenen sechs Monaten, sodass sich Gold wieder einmal als sichere Anlageklasse erweist.
  5. Die physisch besicherten Gold-ETF-Bestände liegen insgesamt immer noch deutlich unter dem Höchststand des Jahres 2013: Dies lässt Anlegern Spielraum für weitere Goldinvestments.
  6. Die Zentralbanken kaufen aktuell Gold in Rekordhöhe: Die gemeldeten Nettokäufe den Notenbanken belaufen sich seit Jahresbeginn auf rund 207 Tonnen – das ist das größte Zukaufsvolumen seit 2010.
  7. Die Goldförderung entwickelt sich gebremst: Der weltweite Goldabbau stieg 2018 lediglich um 1,8 Prozent gegenüber 2017 und das Fördertempo in den Minen wird sich in den nächsten fünf Jahren weiter reduzieren: Einerseits sind die Investitionen im Goldsektor zurückgegangen, andererseits haben die Bergbauunternehmen keine neuen, bedeutenden Lagerstätten mehr entdeckt.
  8. Goldaktien stechen physisches Gold mit einer Überrendite aus: Auch in den kommenden zwölf Monaten dürfte das so bleiben, weil die Inflation auf niedrigem Niveau verharrt. Da jede Goldpreissteigerung für einen erhöhten Cashflow auf Seiten der Minenunternehmen sorgt, werden deren Aktien zum effizienten Hebel auf den Goldpreis.
  9. Goldaktien sind derzeit attraktiver bewertet als in der Vergangenheit:Nordamerikanische Minenunternehmen handeln mit unterdurchschnittlichen Multiplikatoren auf P/NAV- und EV/EBITDA-Basis.
  10. Jüngste M&A-Transaktionen haben Goldaktien in den Fokus gerückt: In den vergangenen sechs Monaten fanden zwei große Abschlüsse zwischen Barrick Gold und Randgold sowie Newmont und Goldcorp statt.

So richtig und plausibel die Gründe auch sein mögen… Chancen und Risiken sind, wie bei jeder Investition, sorgsam abzuwägen.

Verschiedene Investitionsalternativen

Auf den ersten Blick gibt es also Gold und Goldminen. Bei Letzteren ist aber zu entscheiden, ob ein Index passiv abgebildet oder in eine aktive Investmentstrategie investiert werden soll. Die Grafik zeigt die Entwicklung der drei Alternativen in den vergangenen fünf Jahren.

Es ist allerdings keinesfalls ratsam einfach nur den Gewinner der Vergangenheit zu kaufen. Auch die Risikoseite muss beleuchtet werden. Zudem spielt die Integration in die bestehende Depotstruktur eine sehr wichtige Rolle.

Auf der Ebene der Gesamtvermögensstrukturierung sind weitere Kriterien zu prüfen. Handelt es sich um ein strategisches Investment oder sollen nur kurzfristig mögliche Marktchancen (und Risiken bei einem Brancheninvestment!) genutzt werden? Wie sieht es mit den steuerlichen Unterschieden zwischen physischem Gold und Wertpapieren aus?

Fazit

Die aktuelle Gemengenlage aus Nullzins, Konjunkturabkühlung und geopolitischen Themen sollte kein Grund für Kurzschlusshandlungen sein. Sie ist aber definitiv ein guter Anlass, um die langfristige Finanzplanung anzugehen und darauf aufbauend eine sinnvolle Anlagestrategie zu entwickeln.

Ein Startpunkt kann die persönliche Liquiditätsplanung sein.

Gerne stehen wir Ihnen für sämtliche Fragen zur Verfügung.

Crash, Boom, Bang – Zur Sicherheit von Bankkonten

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Ist das Geld auf der Bank noch sicher? Wer dies verneint oder unsicher ist, fragt sich unweigerlich: Wohin mit der Liquidität, die man in der Krise benötigt, um dann günstig Aktien erwerben zu können?

Was ist eigentlich Risiko?

Für das Wort „Risiko“ gibt es dutzende Definitionen. Erschwerend kommt hinzu, dass es nicht nur objektive Risiken gibt, sondern auch eine Vielzahl von subjektiv empfundenen. In diesem Beitrag verwende ich diese Gleichung:

Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit * Ausmaß des Schadens

Da wir das Ausmaß nur erahnen können, fokussiere ich mich auf die Eintrittswahrscheinlichkeit.

Eintrittswahrscheinlichkeit

Die Europäische Zentralbank (EZB) berechnet einen fundierten Indikator, der den Stress im Euro-Finanzsystem misst. Für die Vergangenheit hat dieser sehr ordentlich funktioniert. Aktuell zeigt dieser Indikator ein relativ entspanntes Niveau.

Wir schauen noch auf weitere Indikatoren, aber der zusammengefasste Index ist an dieser Stelle ausreichend.

Natürlich ist diese Situation den massiven planwirtschaftlichen Eingriffen der Notenbanken in die Finanzmärkte geschuldet. Selbstverständlich sind damit sehr viele negative Nebenwirkungen verbunden. Diese sind bekannt und müssen nicht mehr aufgeführt werden.

Hat die EZB noch Feuerkraft?

Häufig liest man, dass die EZB aufgrund der Nullzinsen und der stark gestiegenen Bilanzsumme in der nächsten Krise keinen Spielraum für Stützungsmaßnahmen (z.B. die Senkung des Leitzinses oder den Ankauf von Wertpapieren) mehr besitzt.

Setzt man die Aktiva der EZBBilanz in Relation zur Wirtschaftsleistung der Eurozone, dann stellt man fest, dass der Wert in der Eurozone höher ist als in den USA – und deutlich niedriger als in Japan.

Gibt es in Japan einen massiven Vertrauensverlust in die Währung? Stehen die Menschen vor den Banken Schlange, um ihr Geld abzuheben? Ziehen vagabundierende Banden durch die Straßen der Städte?

Das Finanzsystem wird daher wohl nicht an dem mangelnden Vertrauen auf die Feuerkraft der Notenbank scheitern (einzelne Banken schon!). Selbstverständlich gilt es, die Lage zu beobachten und vorausschauendes Risikomanagement zu betreiben.

Das Ausmaß eines möglichen individuellen Schadens kann durch jeden von uns selbst bestimmt werden. So könnte das aussehen:

  1. Sorgfältige Auswahl der Bank(en)
  2. Einlagensicherung und deren Grenzen verstehen
  3. Trennung der Rücklage von der Kapitalanlage
  4. Innerhalb der Kapitalanlage zwischen defensivem und offensivem Topf unterscheiden
  5. Innerhalb des defensiven Topfes steht eine Vielzahl an defensiven Instrumenten mit moderaten Schwankungen bereit. Diese reichen von kurzlaufenden US-Staatsanleihen über Pfandbriefe bis hin zu Wertsicherungsfonds.
  6. Nutzung unterschiedlicher rechtlicher Strukturen (ab einem gewissen Vermögen)

Physische Edelmetalle zähle ich hier bewusst nicht auf, da diese ohnehin ein fester Bestandteil der strategischen Vermögensstruktur sind.

Für die meisten Privatinvestoren gilt (noch), dass eine diversifizierte Rücklage mit größeren Kosten und geringeren Renditen verbunden ist, als das unverzinste Konto. Auch risikobereinigt (Rendite in Relation zur Schwankungsbreite) sieht das Konto besser aus.

Daher sind die genannten Punkte auch in der gezeigten Reihenfolge zu priorisieren. Das klingt zwar langweilig, aber reißerische Schlagzeilen finden Sie im Internet ja ohnehin genug.

Konjunktur unsicher, Nullzins sicher

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Die Fragezeichen zur globalen Entwicklung der Konjunktur werden zusehends größer. Gleichzeitig wird das Ausrufezeichen hinter der Fortsetzung der Nullzinspolitik im Euroraum deutlich größer. Für zinsorientierte Sparer ist der Kaufkraftverlust genauso gewiss, wie Preisschwankungen am Kapitalmarkt für Anleger.

Unsicherheit angestiegen

Im Verlauf des vergangenen Jahres war ein massiver Anstieg der Verunsicherung zu verzeichnen.

Die Themen sind hinlänglich bekannt: „Twitter Trump“, hohe italienische Schulden, globaler Handelskrieg, „Brexit Theater“, US-Zinsen, Wachstumssorgen in China und so weiter und so fort…

Im Umkehrschluss wären die Aktienmärkte ohne die bekannten Probleme heute deutlich höher bewertet und würden für die Zukunft geringere Ertragserwartungen aufweisen.

Deutschland kann nicht über das Wasser gehen

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Zuge dieser Nachrichten erheblich verschlechtert. Der viel beachtete ifo-Geschäftsklimaindex hat sich deutlich abgeschwächt.

Hierbei sollten Anleger unbedingt zwischen der aktuellen Lage (blau) und den Erwartungen für die nächsten sechs Monate (rot) differenzieren. Die untere Zeitreihe zeigt die Veränderung auf Monatsbasis. Offensichtlich sind die Zukunftserwartungen deutlich stärker eingebrochen, als die aktuelle Lage.

Im Gesamtkontext der allgemeinen Verunsicherung ist dies plausibel. Gleichzeitig können mildere Auswirkungen der geschilderten Probleme aber auch zu einer positiven Überraschung führen. Die zukünftige aktuelle Lage wäre dann nicht so schlecht, wie es heute erwartet wird.

Ein Abschwung der schwächer ausfällt als es heute erwartet wird ist dementsprechend ein, relativ gesehen, positives Ergebnis.

Stress im Finanzsystem gestiegen

Die Europäische Zentralbank (EZB) berechnet einen Indikator, um den systemischen Stress im Finanzsystem abzubilden. Absolut betrachtet ist der Indikator auf einem niedrigen Niveau.

Allerdings ist der relative Anstieg in der jüngeren Vergangenheit durchaus beachtenswert. In Kombination mit den Target2-Salden, die ein guter Gradmesser für die strukturellen Probleme im Währungsraum sind, ist ausreichend Grund für Skepsis geboten.

Weder die Euro-Währungskrise, noch die Staatsschuldenkrise wurden nachhaltig gelöst. Anleger sollten daher global denken und ihre Vermögenswerte sinnvoll verteilen. Hierbei geht es nicht um eine möglichst lange Liste von Wertpapieren, sondern die Nutzung verschiedener wirtschaftlicher Einflussfaktoren, Währungen, Schuldner und Lagerorte.

Wenig Raum für steigende Zinsen

Geht man davon aus, dass die EZB auf ihren eigenen Stressindikator schaut, dann spricht das gegen eine nachhaltige Liquiditätsverknappung und steigende Zinsen. Zieht man zusätzlich die abnehmende Wirtschaftsleistung, die schwache Kerninflationsrate und die gefallenen langfristigen Inflationserwartungen ins Kalkül, dann wird diese Meinung bestätigt.

Sparern und Anlegern bleibt nicht anderes übrig, als dies zu akzeptieren. Sichere Geldanlagen können die Kaufkraft auf absehbare Zeit nicht erhalten. Gleichzeitig sollte man sich bewusst sein, dass die zinsbasierte Altersvorsorge in immer stärkere Schieflage gerät.

Die reflexartige Reaktion darf nun nicht die blinde Flucht in andere Währungen und Sachwerte sein. Vielmehr sind die genannten Probleme als Auslöser zu sehen, um die eigenen finanziellen Entscheidungen zu professionalisieren.

2018 war ein spezielles Jahr

Der beste Beleg für die Notwendigkeit einer professionellen Entscheidungsbasis und sinnvolle Erwartungen des Anlegers an den Kapitalmarkt ist das Jahr 2018.

Das vergangene Jahr zeigte Verluste für nahezu alle relevanten Vermögensklassen. Möchte man die Vermögensklassen als Zutaten verstehen, dann wundert es nicht, dass die Köche (private Anleger, Vermögensverwalter und Fondsmanager) kein gut schmeckendes Gericht (im Sinne von positiver Rendite) zubereiten konnten.

Glücklicherweise sind solche Jahre äußerst selten und können disziplinierten Anlegern sogar Chancen bieten.

20 Jahre Euro – Was nun liebe Anleger?

By Alle Publikationen, Markteinschätzung No Comments

Im Januar 1999 wurde der Euro als Gemeinschaftswährung eingeführt. Der Geburtstag ist eine gute Gelegenheit, um die Folgen für Sparer und Anleger zu reflektieren. Die Konsequenzen für finanzielle Entscheidungen dürften wohl von erheblicher Natur sein.

Der Wechselkurs

Der Wechselkurs zur amtierenden Weltleitwährung, dem US-Dollar, war in den beiden vergangenen Jahrzehnten von massiven Schwankungen geprägt. Auch der zukünftige Verlauf wird sich aufgrund der Vielfalt von Einflussfaktoren nicht prognostizieren lassen.

Aus der Perspektive eines in Euro denkenden Anlegers haben die Wechselkursentwicklungen erhebliche Auswirkungen auf die persönliche Vermögensentwicklung. Schließlich notiert ein Großteil der verfügbaren Vermögensklassen in US-Dollar. Die unter Risikogesichtspunkten sinnvolle Verteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen und Regionen führt unweigerlich zu Einflussfaktoren, die sich aus der Entwicklung der Währung ergeben.

Auch die Ausschaltung der Währungsentwicklung durch Termingeschäfte führt zu Kosten. Typischerweise liegen diese in der Differenz der kurzfristigen Zinssätze der unterschiedlichen Währungsräume. Aktuell sind die Absicherungskosten sehr hoch (2 bis 3 Prozent pro Jahr). Dieser Aspekt darf keinesfalls vernachlässigt oder isoliert betrachtet werden, da er Auswirkungen auf die komplette Depotstrukturierung und Wertpapierauswahl hat.

Die Leit- und Leidzinsen

Der Zins ist der wichtigste Preis einer Volkswirtschaft. Ihm kommen wichtige Leit- und Lenkungsfunktionen zu. Ist der Zins zu niedrig, dann kommt es zu Fehlallokationen von Kapital.

Ein anhaltendes Zinsniveau von null Prozent bietet sicherlich ein erhebliches Fehlerpotential bei finanziellen Entscheidungen. Dies gilt für einzelne Anleger, die sich aufgrund der fehlenden Zinsen in Anlagen hineinbewegen, die nicht ihrer finanziellen Risikobereitschaft entsprechen.

Es ist allerdings zu einfach die Schuld für die Zinsentwicklung auf die Notenbank zu schieben. Strukturelle Entwicklungen, wie der globale Überschuss an Sparkapital, die Globalisierung, Digital- und Robotisierung tragen einen erheblichen Teil zur Trendrichtung bei. Insofern wirkt die Notenbank trendverstärkend und nicht trendbegründend.

Zinslosigkeit raubt Altersvorsorge den Sinn

Zinsbasierte Altersvorsorge benötigt Zinsen! Sparer, Versicherungsgesellschaften und deren Kunden waren über Jahrzehnte mit auskömmlichen Zinsen verwöhnt.

Die dargestellte Zinsentwicklung lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Jedes Produkt der Altersvorsorge und die gesamte Ruhestandsplanung muss auf den Prüfstand.

Inflation – Die stille Enteignung

Anleger und Sparer leiden allerdings nicht nur unten den offensichtlich niedrigen Zinsen, sondern auch der Minderung ihrer Kaufkraft durch Inflation.

Die aktuelle Inflationsrate in der Eurozone beträgt aktuell 1,6 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) verfolgt das Ziel von ca. 2 Prozent. Kombiniert man nun Zinsen und Inflation ergibt sich der Realzins.

Die Grafik zeigt, dass die komfortable Situation der sicheren Kaufkraftsteigerung mittels Konto- und Sparguthaben seit einigen Jahren vorbei ist. Dies hat massive Konsequenzen für jeden von uns. Es ist nun klar zu differenzieren welcher Teil der liquiden Vermögenswerte als kurzfristige Rücklage dient und welcher Anteil der mittel- bis langfristigen Kapitalanlage zuzuordnen ist. Für die Rücklage muss der Kaufkraftverlust akzeptiert werden, da keine risikolosen Investitionsalternativen bestehen.

Renditen von Staatsanleihen

In Lehrbüchern stellen Renditen eine Kompensation für das übernommene Risiko dar. Im aktuellem Umfeld ist dies nicht mehr der Fall. Die Renditen der Länderanleihen sind eher ein Indikator für das Vertrauen in den Willen der EZB die marktwirtschaftlichen Mechanismen außer Kraft zu setzen.

Es ist allerdings kurzsichtig auf die EZB zu schimpfen. Ohne das Eingreifen der Notenbank hätten wir in den letzten Jahren nicht über die Rendite auf das Kapital, sondern die Höhe der Rückzahlung des Kapitals gesprochen. In einem Finanzsystem in dem Staaten Anleihen ausgeben und diese von Banken, Pensionskassen und Versicherungen erworben werden, würde selbst der teilweise Ausfall der als sicher eingestuften Papiere eine extrem schädliche Kettenreaktion auslösen.

Vor dem Hintergrund der hinlänglich bekannten und diskutierten Probleme dürften uns die ordnungspolitischen Diskussionen der Notenbankpolitik noch auf Jahre begleiten. Anleger sollten sich davon nicht zu sehr ablenken lassen, sondern sich mit dem Umfeld arrangieren.

Massive Ungleichgewichte – Bisher ein Sturm im Wasserglas

Als Gradmesser der strukturellen Probleme im Euroraum können wohl die Target2 Salden herangezogen werden. Bis zur globalen Finanzkrise und der mit etwas Zeitverzug folgenden Euro- und Staatsschuldenkrise spielten diese keine Rolle.

Dies hat sich spätestens seit der Griechenlandkrise massiv verändert. Ob und inwieweit damit systemische Risiken für das Finanzsystem der Eurozone abgefedert werden oder ob es sich um eine verdeckte Insolvenzverschleppung handelt wird die Zukunft zeigen. Für Anleger spielt es auch keine große Rolle. Sie müssen sich selbst um die Einschätzung von systemischen Risiken kümmern und deren mögliche Folgen durch finanzielle Entscheidungen abmildern.

Fazit für Sparer und Anleger

Der Euro ist aktuell (!) eine Schwachwährung mit erheblichen Konstruktionsmängeln und einer anhaltenden finanziellen Repression mit entsprechendem Vermögenstransfer vom Gläubiger zum Schuldner.

Die Hoffnung auf positive Realzinsen, wie zum Zeitpunkt der Währungseinführung, darf man natürlich haben. Realistisch ist es auf absehbare Zeit allerdings nicht. Auch die Wahrscheinlichkeit über ein Auseinderbrechen der Währungsunion und die möglichen Folgen muss quantifiziert und deren Folgen durchdacht werden.

Es macht nun wenig Sinn über die beschriebene Situation zu diskutieren und das „warum“ zu hinterfragen. Man sollte sich besser darauf konzentrieren die individuell passenden Antworten für die genannten Herausforderungen zu finden. Gerne stehe ich Ihnen hierbei als Ansprechpartner zur Verfügung.

Die politischen Zinsen sind für deutsche Anleger viel zu niedrig

By Alle Publikationen, Markteinschätzung No Comments

Die Verunsicherung über die italienischen Haushaltspläne führt dazu, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrer Handlungsfreiheit eingeschränkt ist. Damit bleiben die Zinsen für Deutschland viel zu niedrig und die Schieflage der zinsbasierten Altersvorsorge verschärft sich. Auf Depotebene sprechen ein abnehmendes Wachstum der Eurozone und schwächere Einkaufsmanagerindices für defensive Aktien in Europa.

Stress im Markt für Staatsanleihen

Die Europäische Zentralbank (EZB) nutzt marktbasierte Daten, um den Stress im Markt für Staatsanleihen zu messen. Die Grafik zeigt, dass es sich aktuell um ein auf Italien bezogenes Problem (dunkelblau) handelt. Das ist ein Gegensatz zur Euro- und Staatsschuldenkrise. Damals war die gesamte Peripherie betroffen.

Allerdings sollte jedem klar sein, dass Italien aufgrund seines Beitrags zur Wirtschaftsleistung der Eurozone und der absoluten Höhe der Schulden auch allein über genügend Sprengkraft verfügt. Dementsprechend ist das Erpressungspotential groß und der Druck auf alle Beteiligten hoch. Die EZB wird Italien bei ihren geldpolitischen Entscheidungen berücksichtigen müssen. In Kombination mit dem nachlassenden Wachstum ist daher keine nachhaltige Wende der Geldpolitik absehbar.

Politische Zinsen sind für deutsche Wirtschaft zu niedrig

 

Die Taylor-Regel ist eine Regel zur Herleitung eines angemessenes Leitzinses. Berechnet man den theoretischen Leitzins für die Eurozone nach dieser Regel, dann liegt der angemessene Leitzins für Deutschland bei rund 3,8 Prozent. Die politisch motivierten, und der Heterogenität der verschiedenen Ländern Rechnung tragenden Einheitszinsen, sind für Deutschland also viel zu niedrig. Aufgrund der genannten Probleme wird dieser Zustand wohl noch sehr, sehr lange anhalten.

Die Altersvorsorge muss auf den Prüfstand

Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase ist die gesamte Altersvorsorge auf den Prüfstand zu stellen. Das gilt sowohl für einzelne Produkte (Lebensversicherungen, betriebliche Altersversorgung, Riester usw.), als auch deren kombinierte Betrachtung im Rahmen der Ruhestandsplanung. Ertragserwartungen, Inflation, Steuer, Sozialversicherung und persönliche Erwartungen sind also zu verknüpfen und gesamthaft zu betrachten.

Einkaufsmanager bestätigen abnehmende Dynamik

Wenig überraschend ist auch die Stimmung bei den italienischen Einkaufsmanagern am schlechtesten (rot). Für die gesamte Eurozone (türkis) ist ein ein Rückgang zu vermelden. Das aktuelle Niveau ist allerdings noch im „grünen“ Bereich.

Defensive Aktien verbessern die Depotstruktur

Eine angestiegene Inflationsrate und keine Hoffnung auf steigende Zinsen sprechen für Sachwerte. Die nachlassende Wirtschaftsdynamik und eine Vielzahl an potentiellen Krisenherden für defensive Vermögensklassen. In dieser Gemengenlage  kann es sinnvoll sein der strategischen Aktienquote treu zu bleiben, aber die Aktienstrategie etwas defensiver auszurichten.

Die Grafik zeigt den breiten europäischen Aktienmarkt (türkis) und einen Aktienindexfonds mit defensiverer Ausrichtung (blau).  Das ist nur eine beispielhafte Möglichkeit, um die Rendite-Risiko Eigenschaften eines Wertpapierdepots durch den Einsatz unterschiedlicher Instrumente zu verbessern.

YPOS Kapitalmarkt-Dialog im November 2018

Konjunkturdaten, volkswirtschaftliches Umfeld, Anlageklassen und Portfoliokonstruktion. Der YPOS Kapitalmarkt-Dialog bietet Ihnen monatlich einen Überblick zu den wichtigsten Trends und Hintergründen an den internationalen Kapitalmärkten. Ersparen Sie sich viel Zeit und Lektüre von Wirtschaftsnachrichten und nutzen Sie unsere gesammelten Informationen. Am Ende des Webinars besteht die Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu richten.

Die nächste Webkonferenz „YPOS Kapitalmarkt-Dialog“, findet am 20. November 2018 um 18.00 Uhr statt. Die Dauer beträgt ca. 45 Minuten.
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