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christophleichtweiss

Kommentar Faktor-Portfolio – Oktober 2019

By Alle Publikationen No Comments

Marktbewegung

Die Ankündigung Chinas auch offen für einen eingeschränkten Handelsdeal zu sein, hat die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten wieder nach oben getrieben. Auch die Aussicht auf einen geregelten EU-Austritt Großbritanniens hat die Aktienmärkte zusätzlich beflügelt (Perf. Okt/19: Nikkei +5,4%; Dax +3,5%; S&P 500 +2,04%). Die Berichtsaison zum Q3/19 verlief bisher recht positiv. Während die aktuellen Zahlen überwiegend den Erwartungen entsprachen, enttäuschten allerdings einige Unternehmensausblicke. Die letzte EZB Sitzung unter Mario Draghi verlief unspektakulär und ohne zusätzliche Ankündigungen. Die Fed hat hingegen die dritte Leitzinssenkung um 25 BP in Folge beschlossen. Das schwächte den USD, der im Oktober ca. 2% leichter notierte. Der offene Streit in der EZB über die weitere Ausrichtung der Geldpolitik und auch Aussagen amerikanischer Notenbanker ließen die Erwartungen über weitere Leitzinssenkungen wieder merklich abkühlen. Steigende Anleiherenditen haben daraufhin an den weltweiten Anleihenmärkten zu Kursverlusten geführt. Gold konnte in diesem Umfeld zulegen (+2% auf USD Basis).

Portfoliokommentar

Im Oktober suchten die Marktteilnehmer zunehmend Anlagen mit höherem Risiko.  Die sicheren Anlagen wie Staatsanleihen waren entsprechend nicht gesucht und verloren an Wert. Trotz der positiven Aktienmarktentwicklung beendete das Strategiedepot den Monat mit einem kleinen Minus. Dies resultiert aus negativen Währungseffekten, Verlusten im Anleihesegment und enthaltenen Gebühren. Auch wenn kurzfristige Kursrückgänge möglich sind, hat sich das Umfeld für Aktien deutlich verbessert.

Ein aktuelles Factsheet der Strategie inkl. vergangener Wertentwicklung und aktueller Allokation finden Sie hier:

Performanceübersicht

Faktor Portfolio

Seit Jahresbeginn liegt die Entwicklung zum Stand 31.10.2019 bei 12,01 %

Faktor Depot

Seit Jahresbeginn liegt die Entwicklung zum Stand 31.10.2019 bei 7,62 %

Draghi – Er hat den Zins genommen und die Krise verschoben

By Alle Publikationen No Comments

„Super Mario“ ist Geschichte. Von Anfang November 2011 bis Ende Oktober 2019 war er Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese acht Jahre waren von sehr unterschiedlichen Phasen geprägt. Zuerst der Angst um das Kapital, dann den Sorgen um den Zins auf das Kapital.

Euro- und Staatsschuldenkrise – Wie war das damals?

Erinnern Sie sich noch an diese Zeit? Die Schlagzeilen waren damals dominiert von „dem Untergang des Euro“, „dem Ende der Währungsunion“ und den Berechnungen aber welcher Zinshöhe die überschuldeten Staaten erdrückt werden und ihre Schulden nicht mehr bedienen können. Dieser Dominoeffekt hätte das Finanzsystem kollabieren lassen können. Zuerst wären die Staaten gefallen, dann deren Gläubiger (Banken und Versicherungen) und dann deren Kunden (ja, auch Sie sind angesprochen). Wenn man es bis zum Ende denkt, dann ist das Finanzsystem eben doch nicht so abstrakt, wie man auf den ersten Blick meinen könnte…

Es war die Zeit als man von den „PIIGS“ sprach. Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien wurde zunehmend die Fähigkeit abgesprochen ihre Schulden zu bedienen. Diese Zweifel schlugen sich in stark steigenden Renditen nieder. Der Blick auf die damalige Situation und die hohen Renditen zeigt, wie angespannt die Lage war. Jedem war klar, dass sich Länder keine neuen Staatsschulden zu 6 oder mehr Prozent leisten können.

Der 26.12.2012 war der Tag an dem Mario Draghi ankündigte alles zu tun, was notwendig ist, um den Euro zu retten. In der Konsequenz fielen die Renditen.

Damit war das Kapital (vorerst?) gerettet, denn außer Griechenland konnten alle Länder ihre Schulden bedienen. Die Kehrseite der vermiedenen Schulden- und Guthabenreduktion ist das aktuelle Zinsniveau. Heute erodiert die Vermögenssubstanz langsam durch den negativen Realzins. Zudem haben wir einen massiven Anlagenotstand und eine Vielzahl von negativen Nebenwirkungen, die ein zu niedriges Zinsniveau mit sich bringt. Alles hat eben seinen Preis.

Die bessere von zwei schlechten Alternativen gewählt

Anders gesagt… Ein „angemessener“ Zins konnte, weder damals noch heute, auf hohe Schulden bezahlt werden. Höhere Zinsen bedingen also eine Abwertung der Schulden. Entweder durch einen Schuldenschnitt, oder Inflation. Die erste Option würde das gesamte Finanzsystem (inkl. Kontoguthaben und kapitalbildenden Versicherungen) ins Wanken bringen. Die zweite Option bezeichnet man als finanzielle Repression. Diese ist aber nicht so leicht zu steuern und sie wirkt deutlich langsamer. Beide Optionen waren und sind nicht berauschend. Der Vorteil der zweiten Option ist, dass die Probleme in die Zukunft verschoben wurden.

Kurzum: Wer sich heute über den fehlenden oder negativen Zins auf sichere Anlagen ärgert, der sollte stets bedenken, dass die Alternative vor Jahren schmerzliche Einschnitte bei dem vorhandenen (!) Kapital bedeutet hätte.

Jeder steht heute vor vielfältigen Herausforderungen

Offensichtlich ist, dass die strukturellen Probleme von damals nicht gelöst wurden. Zudem schafft die Geldpolitik neue Probleme. Die Politik möchte sich hier nicht lumpen lassen und bedient den Steuerbürger mit immer neuen Hemmnissen. In der Konsequenz stehen Sparer und Anleger vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Oft werden diese nicht erkannt und Prioritäten daher falsch gesetzt.

Komplexe Herausforderungen erfordern ein professionelles Vermögensmanagement. Gerne erläutern wir Ihnen, wie Sie von unserem Know-How profitieren können.

Kommentar Faktor-Portfolio – September 2019

By Alle Publikationen No Comments

Marktbewegung

Eine leichte Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie eine geringere Wahrscheinlichkeit eines ungeordneten Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union am 31. Oktober haben die Aktienmärkte im September ansteigen lassen. Dabei spielte keine Rolle, dass die Rezessionssorgen wieder größer geworden sind und enttäuschende Wirtschaftsdaten veröffentlicht wurden. Auch Sorgen vor einer Eskalation am Persischen Golf wurden verdrängt, nachdem die Ölproduktion in Saudi-Arabien durch Drohnenangriffe beeinträchtigt wurde. Und das bei einem Ölpreisanstieg von fast 20% in der Spitze. Die beiden großen Notenbanken Fed und EZB haben im September wieder an der Zinsschraube gedreht und Zinssenkungen vorgenommen, was einigen Anlegern, aber auch speziell dem US Präsidenten nicht weit genug ging. Daher gab es hier eher nur verhaltene Kursreaktionen. Vielmehr dürfte das Monatsende dann noch positiv vom Windows Dressing aufgrund des Quartalsendes profitiert haben. Meldungen über den Fortgang des Handelsstreites und über den Brexit sowie die kommende Berichtssaison zum 3. Quartal dürften die Marschrichtung an den Märkten im Oktober vorgeben.

Portfoliokommentar

Die Verteilung des Vermögens der Strategie „Faktor Portfolio“ orientiert sich an der angestrebten strategischen Gewichtung von 65 Prozent Aktien zu 35 Prozent Geldmarkt bzw. festverzinslichen Wertpapieren. Das Strategiedepot „Faktor Portfolio“ erzielte im Verlauf des vergangenen Monats eine Rendite in Höhe von 1,52 Prozent. Im vergangenen Monat wurde das Bankguthaben und der Dimensional Global Short Fixed Income Fonds in den Geldmarktfonds Metzler Euro Renten Defensiv investiert. Die Transaktion wird als Vorbereitung der Übernahme durch die FFB, die zum Jahresende ansteht, vorgenommen und soll die Kosten auf Fondsebene optimieren. Durch die Transaktionen wird die Anlagestrategie und das Risikoprofil der Strategie nicht verändert.

Ein aktuelles Factsheet der Strategie inkl. vergangener Wertentwicklung und aktueller Allokation finden Sie hier:

Performanceübersicht

Faktor Portfolio

Seit Jahresbeginn liegt die Entwicklung zum Stand 30.09.2019 bei 12,65 %

Faktor Depot

Seit Jahresbeginn liegt die Entwicklung zum Stand 30.09.2019 bei 8,51 %

Strafzinsen, Unsicherheit und US-Konjunktur

By Alle Publikationen, Inflationscheck, Markteinschätzung No Comments

Banken verlangen zunehmend Strafzinsen bzw. Verwahrgebühren auf Kontoguthaben. Bei einer offiziellen Inflationsrate in Höhe von 1,2 Prozent nimmt der Anlagedruck damit weiter zu. Der YPOS Inflationscheck zeigt die aktuellen Renditen der wichtigsten zinstragenden Vermögensklassen.

Vermögensklassen im Inflationscheck

Die Grafik zeigt die offizielle Inflationsrate (rote Linie) und die aktuellen Renditen. Deutsche Staatsanleihen und Kontoguthaben weisen eine negative Rendite auf. Aber selbst Anleihen mit politischen Risiken (Staatsanleihen Eurozone) oder Bonitätsrisiken (Unternehmensanleihen, Nachranganleihen von Banken) bieten nur sehr geringe Renditen.

Lediglich Hochzinsanleihen von Unternehmen mit schwächerer Bonität bieten eine Rendite, die an frühere Zeiten auf dem Tagesgeldkonto erinnert. Die Risiken der beiden Anlagen sind natürlich nicht vergleichbar. Umso deutlicher illustrieren sie den stattgefundenen Wandel.

Unsicherheit auf Rekordniveau

Der Index der wirtschaftlichen Unsicherheit befindet sich auf einem Rekordniveau (dunkelblau). Spiegelbildlich dazu ist das Vertrauen der institutionellen Investoren auf einem sehr niedrigen Niveau (orange).

Dies erscheint mit dem Blick auf die volkswirtschaftlichen Daten durchaus rational. Schließlich zeigen die umfragebasierten Stimmungsindikatoren ein sich stark eintrübendes Bild der Zukunft. Insbesondere für Deutschland scheinen die Bäume nicht mehr in den Himmel zu wachsen. Das aktuelle Herbstgutachten ist hier nur ein Beispiel.

ISM Indices und US-Arbeitsmarkt

Die vielbeachteten ISM Indices haben die vorherrschende Skepsis in dieser Woche bestätigt. Sowohl im verarbeitenden, als auch im Dienstleistungssektor kühlt die Stimmung deutlich ab.

Die aktuellen US-Arbeitsmarktdaten (4.10.2019) stimmen dann etwas versöhnlich.

Dies wird jedoch wohl nicht ausreichen, um die Rezessionsängste nachhaltig zu reduzieren.

Risikoaversion bleibt erhöht

Folgerichtig zeigt der, auf Basis von Marktpreisen ermittelte, Indikator für die Risikoaversion der Investoren einen starken Anstieg in den letzten Monaten.

Marktreaktionen sind schwer zu „timen“

Für die nächsten Monate erwarten wir eine anhaltend schwache oder sogar eine sich weiter abschwächende Wirtschaft. Die Notenbanken werden zunehmend zu stimulierenden Maßnahmen greifen und auch von fiskalpolitischer Seite (selbst in Deutschland) wird Unterstützung immer wahrscheinlicher.

Die Kapitalmärkte sollten, wie in den letzten Monaten, mit deutlichen Kursschwankungen reagieren. Dabei wird es Phasen mit großen Enttäuschungen geben, in welchen die Aktienmärkte deutliche Kursverluste erleiden. Diese werden von starken und abrupten Kursanstiegen abgelöst. Die Auslöser für Erholungsrallyes erwarten wir in Folge der Bekanntgabe von stimulierenden Maßnahmen bzw. positiven politischen Nachrichten.

Rückschlüsse auf die Anlagestrategie

In diesem Marktumfeld halten wir weiterhin eine defensive Positionierung (in Relation zur persönlichen strategischen Ausrichtung) für angebracht. Damit bringt man sich in die Ausgangslage, auf erwartete Aktienkursrückgänge schnell und effizient reagieren zu können. Bei Aktienmarktrückgängen zwischen ca. 5% und 15% kann die Aktienquote antizyklisch angehoben werden– vorausgesetzt, es bleibt bei unserer derzeitigen Einschätzung der Marktlage.

Gold, Staatsanleihen und Aktien mit defensivem Charakter bilden zusammen den robusten Kern eines Portfolios. Dieser ist darauf ausgerichtet, in einer Welt mit niedrigen oder gar weiter fallenden Zinsen, anhaltenden politischen Unsicherheiten und hohen Kursschwankungen am Aktienmarkt eine stabile Ausgangsbasis für Anpassungen des Depots zu gewährleisten.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Kommentar Faktor-Portfolio – August 2019

By Alle Publikationen No Comments

Marktbewegung

Der Glaube an ein absehbares Ende des Handelskonfliktes schwindet von Tag zu Tag. Präsident Trump hat im August neue Zölle i.H.v. 10% auf chinesische Importwaren im Gegenwert von 300 Mrd. USD angekündigt, die bisher noch nicht mit Zöllen belegt waren. China kündigte sofort Vergeltungsmaßnahmen an. Die daraufhin folgende Währungsabwertung des chinesischen Yuan wurde von den USA dann sofort als aktive Währungsmanipulation verurteilt. Die Angst vor einem ungeregelten EU-Austritt Großbritanniens nimmt zu und in Italien droht eine neue Regierungskrise. In den USA deutet eine invers gewordene Zinsstrukturkurve auf eine Rezession hin und die Berichtssaison kommt weiter mit Gewinnwarnungen und schlechteren Ausblicken. Da wundert es nicht, dass die Aktienmärkte fallen und sichere Häfen gesucht sind. Die Renditen sind weiter im Sinkflug, Gold steigt erstmals seit 2013 wieder über die 1.500 USD und der JPY und CHF sind gefragt. Einzig die Hoffnung auf die Notenbanken, konnte den schwachen August zum Ende hin noch etwas retten, sodass nur ein kleineres Minus verblieb.

Portfoliokommentar

Den saisonal schwachen Börsenmonat August konnten die Faktorstrategien mit einem kleinen Plus beenden. Trotz der schwachen Aktienmärkte sorgte die defensive Positionierung innerhalb der Aktienquote (Minimum Volatility und Quality) für eine hohe Robustheit der Strategien und verhinderte Verluste. Mit den Zinsentscheidungen der europäischen und US-Notenbanken im September könnte die erhöhte Unsicherheit jedoch noch einige Zeit anhalten. Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr erwarten wir im amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt eine schrittweise Annäherung was die Märke erfreuen sollte. 

Ein aktuelles Factsheet der Strategie inkl. vergangener Wertentwicklung und aktueller Allokation finden Sie hier:

Performanceübersicht

Faktor Portfolio

Seit Jahresbeginn liegt die Entwicklung zum Stand 31.08.2019 bei 10,96%

Faktor Depot

Seit Jahresbeginn liegt die Entwicklung zum Stand 30.08.2019 bei 7,43 %

Strafzinsen drohen – Soll man deswegen investieren?

By Alle Publikationen No Comments

An Nullzinsen hat man sich gewöhnt. Nun werden Strafzinsen diskutiert. Sollte man deswegen in die Kapitalmärkte investieren? Wir setzen die Schwankungen einer defensiven Anlagestrategie in Relation zu Strafzinsen und werfen andere Gedanken auf, die wir für zielführend halten.

Sie suchen einen Ansprechpartner, der Sie bei allen finanziellen Fragestellungen begleiten kann? Dann sind Sie bei uns richtig! Gerne stehen wir Ihnen unter der 06151-8507650 und info@ypos-fp.de zur Abstimmung eines kostenfreien Erstgesprächs zur Verfügung.

Nullzins, Gründe für Gold und Risikomanagement

By Alle Publikationen, Markteinschätzung No Comments

Die Inflation liegt bei 1,4 Prozent, fünfjährige deutsche Staatsanleihen rentieren bei minus 0,92 Prozent. Gleichzeitig hat Gold ein neues Allzeithoch erklommen. Die noch gescholtenen Trendfolger könnten vor einem Comeback in der Gunst der Anleger stehen… Wir schauen auf die wichtigsten Punkte.

Herausforderung Kaufkrafterhalt

Nach Lesart des statistischen Bundesamts sind die Konsumentenpreise in Deutschland im August 2019 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,4 Prozent angestiegen. Im Vormonat betrug der Anstieg noch 1,7 Prozent. Die gefallene Inflationsrate passt damit in das Bild einer sich abschwächenden deutschen Wirtschaft. Für die gesamte Eurozone beträgt die Inflation aktuell 1,0 Prozent. Das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist damit deutlich unterschritten.

Am Rentenmarkt sind weiter historisch einmalige Zustände zu beobachten. Ein Kaufkrafterhalt ist auf Basis der aktuellen Renditen nicht möglich.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat viele Argumente, die eine expansive Geldpolitik unterstützen. Schließlich liegt die Kerninflationsrate nur bei 0,9 Prozent. Auch die marktbasierten langfristigen Inflationserwartungen für fünf Jahre in fünf Jahren liegen mit 1,2 Prozent deutlich unter den Vorstellungen der Notenbank.

Im Ergebnis stellt sich nur die Frage, ob weitere Maßnahmen bereits vollständig in den Preisen der Anleihen enthalten sind, oder ob der Markt das Ausmaß der möglichen Interventionen überschätzt.

Aufgrund der jüngsten Kursentwicklungen scheint etwas Vorsicht angebracht. Eine vollständige Abkehr von Anleihen ist allerdings nicht anzuraten. Anleger sollten allerdings darauf achten, dass das gesamte Diversifikationspotenzial innerhalb des Anleihemarktes genutzt wird. Die Kombination von ausgewählten aktiven Managern und passiven Indexlösungen (ETF) erscheint uns aktuell die beste Lösung zu sein.

Dramatik jenseits der Schlagzeilen

Die jüngsten Kursgewinne sind zwar erfreulich, aber naturgemäß dämpfen diese die zukünftigen Erträge. Während die Zuwächse von hundertjährigen Anleihen spektakuläre Schlagzeilen produziert haben, dürfte die Tatsache, dass mit „A“ geratete Anleihen erst nach über fünf Jahren die Nulllinie schneiden deutlich bedeutsamer für die Finanzmärkte und die Anleger sein.

Allgemein ist der Blick auf die Zinsstrukturkurven recht deprimierend. Die Ertragserwartungen sind nach unten anzupassen. Die Suche nach „Zinsersatz-Investments“ dürfte daher auf einem hohen Niveau verbleiben. Die aktuellen Rahmenbedingungen erfordern eine detaillierte Depotanalyse.

Risikomanager im Aufwind

Auch der Bedarf an Strategien, die bei Rückgängen am Aktienmarkt (zumindest theoretisch aufgrund der einsetzbaren Instrumente) positive Erträge erzeugen können dürfte steigen. Diese Strategien konnten seit der Finanzkrise nicht mit simplen Anlagestrategien mithalten. Allerdings hat sich dieses Bild auf Sicht der letzten fünf Jahre bereits gedreht. In der breiten Öffentlichkeit ist das allerdings noch nicht angekommen…

Die zuletzt sehr starke Entwicklung der Trendfolger ist vor allem in dem deutlichen Trend bei Anleihen zu finden. Anleger sollten nun auf keinen Fall blind in diese Strategien investieren. Es soll hier vielmehr ein Plädoyer für die aktive Auseindersetzung mit der eigenen Anlagestrategie und dem grundlegenden Risikomanagement sein. Dies gilt umso mehr, wenn man die prozyklische und nur positive Berichterstattung zur Vorteilhaftigkeit von Wertpapieren ohne Risikomanagement betrachtet.

Letztendlich muss die Analyse von Risiken sowohl auf der Anleger- als auch der Anlageebene erfolgen. Eine Fortschreibung der Entwicklung seit der Finanzkrise ist auf keinen Fall empfehlenswert!

Gold mit neuem Allzeithoch

In Euro gerechnet (dunkelblau) hat der Goldpreis jüngst ein neues Hoch erreicht.

Diesen Rückenwind durch den schwächeren Euro hat natürlich nicht nur Gold erhalten. Alle in US-Dollar notierenden Vermögenswerte (von Staatsanleihen bis Technologie Aktien) profitierten hievon.

Eine Fondsgesellschaft (Quelle aus Compliance Gründen nicht genannt) führt zehn Gründe auf, die aktuell dafür sprechen über die Investition in Gold und Goldminen nachzudenken:

  1. Weitere Zinssenkungen in den USA sind absehbar: Drei Zinssenkungsrunden fanden in den Vereinigten Staaten bereits im laufenden Jahr statt. Ihr Effekt wirkt sich zwar negativ auf den US-Dollar, aber positiv auf den Goldpreis aus.
  2. Negative Realzinsen sind in Reichweite gerückt: Der Zinssatz auf 10-jährige US-Staatsanleihen ist auf 0,26 Prozent gesunken. Zu Jahresbeginn lag dieser Satz noch bei 0,98 Prozent. Wenn die Zinsen ins Negative rutschen, ist das positiv für Gold. Die Opportunitätskosten beim Halten des Edelmetalls verringern sich.
  3. Bisher bleibt der US-Dollar robust: Der US-Dollar-Index DXY verharrt derzeit bei 97,6 Punkten. Im September 2018 rangierte er noch bei 93,9 Zählern; zu diesem Zeitpunkt ging der Markt noch von steigenden US-Zinsen aus. Aktuell beeinträchtigt der relativ starke US-Dollar die Wettbewerbsfähigkeit der USA. Sollte die Währung an Wert verlieren, wird sich der Goldpreis positiv entwickeln.
  4. Die Investitionsrisiken am breiten Markt haben sich erhöht: Zwar ist in den nächsten 12 bis 18 Monaten keine Rezession zu erwarten. Allerdings sind die Risiken, dass es zu einer Rezession kommen könnte, gestiegen. Der breite Aktienmarkt schwächelte in den vergangenen sechs Monaten, sodass sich Gold wieder einmal als sichere Anlageklasse erweist.
  5. Die physisch besicherten Gold-ETF-Bestände liegen insgesamt immer noch deutlich unter dem Höchststand des Jahres 2013: Dies lässt Anlegern Spielraum für weitere Goldinvestments.
  6. Die Zentralbanken kaufen aktuell Gold in Rekordhöhe: Die gemeldeten Nettokäufe den Notenbanken belaufen sich seit Jahresbeginn auf rund 207 Tonnen – das ist das größte Zukaufsvolumen seit 2010.
  7. Die Goldförderung entwickelt sich gebremst: Der weltweite Goldabbau stieg 2018 lediglich um 1,8 Prozent gegenüber 2017 und das Fördertempo in den Minen wird sich in den nächsten fünf Jahren weiter reduzieren: Einerseits sind die Investitionen im Goldsektor zurückgegangen, andererseits haben die Bergbauunternehmen keine neuen, bedeutenden Lagerstätten mehr entdeckt.
  8. Goldaktien stechen physisches Gold mit einer Überrendite aus: Auch in den kommenden zwölf Monaten dürfte das so bleiben, weil die Inflation auf niedrigem Niveau verharrt. Da jede Goldpreissteigerung für einen erhöhten Cashflow auf Seiten der Minenunternehmen sorgt, werden deren Aktien zum effizienten Hebel auf den Goldpreis.
  9. Goldaktien sind derzeit attraktiver bewertet als in der Vergangenheit:Nordamerikanische Minenunternehmen handeln mit unterdurchschnittlichen Multiplikatoren auf P/NAV- und EV/EBITDA-Basis.
  10. Jüngste M&A-Transaktionen haben Goldaktien in den Fokus gerückt: In den vergangenen sechs Monaten fanden zwei große Abschlüsse zwischen Barrick Gold und Randgold sowie Newmont und Goldcorp statt.

So richtig und plausibel die Gründe auch sein mögen… Chancen und Risiken sind, wie bei jeder Investition, sorgsam abzuwägen.

Verschiedene Investitionsalternativen

Auf den ersten Blick gibt es also Gold und Goldminen. Bei Letzteren ist aber zu entscheiden, ob ein Index passiv abgebildet oder in eine aktive Investmentstrategie investiert werden soll. Die Grafik zeigt die Entwicklung der drei Alternativen in den vergangenen fünf Jahren.

Es ist allerdings keinesfalls ratsam einfach nur den Gewinner der Vergangenheit zu kaufen. Auch die Risikoseite muss beleuchtet werden. Zudem spielt die Integration in die bestehende Depotstruktur eine sehr wichtige Rolle.

Auf der Ebene der Gesamtvermögensstrukturierung sind weitere Kriterien zu prüfen. Handelt es sich um ein strategisches Investment oder sollen nur kurzfristig mögliche Marktchancen (und Risiken bei einem Brancheninvestment!) genutzt werden? Wie sieht es mit den steuerlichen Unterschieden zwischen physischem Gold und Wertpapieren aus?

Fazit

Die aktuelle Gemengenlage aus Nullzins, Konjunkturabkühlung und geopolitischen Themen sollte kein Grund für Kurzschlusshandlungen sein. Sie ist aber definitiv ein guter Anlass, um die langfristige Finanzplanung anzugehen und darauf aufbauend eine sinnvolle Anlagestrategie zu entwickeln.

Ein Startpunkt kann die persönliche Liquiditätsplanung sein.

Gerne stehen wir Ihnen für sämtliche Fragen zur Verfügung.

Kommentar Faktor-Portfolio – Juli 2019

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Marktbewegung

Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie Aussichten auf eine Lockerung der Geldpolitik in den USA und Europa stützten im Juli die übergeordnete Stimmung an den Aktienmärkten. Trotz einer nur gemischt ausgefallenen Quartalsberichtssaison, wo einige – auch große – Unternehmen mit schwächeren Zahlen und Gewinnwarnungen aufwarteten, legten die Aktienmärkte weiter zu und erreichten in den USA sogar neue Rekordstände. Nachdem die Notenbanken zwar geliefert haben – die Fed senkt Zins um -0,25% und die EZB bereitet verbal eine Zinssenkung für September und Wiederaufnahme von Anleihekäufen vor – kamen die Aktienmärkte zum Monatsende wieder etwas unter Druck, da die Erwartungen an Fed und EZB wohl noch etwas höher lagen. Hinzu kam, dass nach der Wahl von Boris Johnson und dessen Konfrontationskurs zur EU die Gefahr eines chaotischen Brexits wieder gestiegen ist. In diesem Umfeld profitierte Gold und auch Bundesanleihen waren als sicherer Hafen gefragt. Die Handelsstreitigkeiten schwelen weiter im Hintergrund und auch die Konjunkturrisiken nehmen zu. Daher ist mit einem weiter volatilen Verlauf zu rechnen.

Portfoliokommentar

Nachdem die Aktienquote aufgrund der Kursgewinne stark gestiegen waren, wurde zum Monatsbeginn die Zielquote wieder hergestellt. Damit wird ein Teil der Jahresgewinne gesichert und die Aktienquote auf die strategische Gewichtung reduziert.

Ein aktuelles Factsheet der Strategie inkl. vergangener Wertentwicklung und aktueller Allokation finden Sie hier:

Performanceübersicht

Strategiedepot – Faktor Portfolio

Seit Jahresbeginn liegt die Entwicklung zum Stand 31.07.2019 bei 10,48 %

Strategiedepot – Faktor Depot

Seit Jahresbeginn liegt die Entwicklung zum Stand 31.07.2019 bei 6,75 %

Zinswahnsinn – Für Sparer und Kreditnehmer

By Alle Publikationen No Comments

Der einen Freud ist des anderen Leid. Warum keine Hoffnung auf steigende Zinsen besteht und wie sich die aktuelle Lage für Anleger und Darlehensnehmer darstellt erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die aktuelle Inflationsrate

Nach Lesart des statistischen Bundesamts sind die Konsumentenpreise in Deutschland im Juli 2019 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,7 Prozent angestiegen.

Für die gesamte Eurozone beträgt die Inflation aktuell 1,1 Prozent (türkis). Das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist damit deutlich unterschritten. Die Kerninflationsrate (dunkelblau) gab jüngst wieder nach und liegt nur bei 0,9 Prozent.

Eine Anpassung der Zielgröße der Inflation wird bereits angedacht. Da die Bilanzsumme der Notenbank „erst“ bei 40 Prozent der Wirtschaftsleistung des Euroraums liegt bleibt noch viel Luft für den Erwerb von Vermögenswerten. Die Japaner sind hier bereits „fortschrittlicher“ und stehen bei 100 Prozent. Ob das eine Blaupause für die Eurozone ist?

Die erwartete Inflationsrate

Auch die marktbasierten langfristigen Inflationserwartungen für fünf Jahre in fünf Jahren gaben erneut nach und liegen mit rund 1,22 Prozent deutlich unter den Vorstellungen der Notenbank.

Im Umkehrschluss ist Inflationsschutz mittels inflationsgebundener Anleihen aktuell günstig zu erwerben. Die Implementierung in das Depot sollte allerdings nicht isoliert, sondern im Kontext der Gesamtstrategie stattfinden.

Negative Renditen bei Bundesanleihen

Derweil sind bei Anleihen „Hamsterkäufe“ festzustellen. Man bekommt den Eindruck, als würden Investoren noch schnell ihre Bestände aufstocken wollen bevor die Renditen weiter fallen. Mittlerweile notierten zeitweise sogar dreißigjährige Bundesanleihen im negativen Bereich. Zehnjährige Papiere notieren bei -0,5 Prozent.

Auch einige Namen aus dem Segment der Hochzinsanleihen werden negativ verzinst.

Kein Stress im Finanzsystem

Dies alles geschieht in einem Umfeld, das (noch?) nicht einer Rezession entspricht und der Indikator der EZB für finanziellen Stress auf niedrigem Niveau verweilt.

Was passiert erst mit den Zinsen, wenn sich dies negativ verändert? Man kann natürlich nur mutmaßen, aber fallende Zinsen scheinen dann eher wahrscheinlich als steigende. Oder ist bereits zuviel Pessimismus eingepreist?

Kaufkrafterhalt schwierig

Schon jetzt ist der Erhalt der Kaufkraft ein schwieriges Unterfangen.

Eine Professionalisierung der eigenen Anlagestrategie ist daher dringend erforderlich.

Tolle Zinsen für Hausfinanzierungen

20 Jahre feste (!) Zinsbindung und das Recht auf bis zu 10 Prozent Sondertilgung pro Jahr kosten bei einem aktuellen Fall eines Kunden (top Bonität des Darlehensnehmers, unter 60 Prozent Beleihungsauslauf) unfassbare 1,15 Prozent effektiver Jahreszins.

Natürlich schlagen sich die niedrigen Zinsen in hohen Immobilienpreisen nieder. Für Selbstnutzer erhöht dies die Ansprüche an die eigene Finanzplanung (Tilgung kommt aus versteuertem Einkommen, evtl. komplette Rückführung nicht bis Rentenbeginn möglich usw.).

Für Investoren, die Immobilien zur Kapitalanlage erwerben, bedeutet es mehr Rechenaufwand.

In unserem kostenfreien Tool zur Immobilienanalyse für Investoren können die eigenen Erwartungen abgebildet und verschiedene Szenarien durchgespielt werden.

https://ypos.xps-privatfinanz.de/StartFin.aspx

Kommentar Faktor-Portfolio – Juni 2019

By Alle Publikationen No Comments

Marktbewegung

Die Aktienmärkte haben sich im Juni weitestgehend von ihren Verlusten im Mai erholt und zeigten starke Aufschläge (Dax/EuroStoxx50 +6%, DJ +7,5%). Aussagen der führenden Notenbanken haben die Zinssenkungsfantasien der Anleger an den Kapitalmärkten weiter angeheizt. So hat EZB Präsident Mario Draghi im Mai bekräftigt, dass die Zinsen bis Mitte 2020 unverändert bleiben und sogar weitere Zinssenkungen oder eine Wiederaufnahme des Anleihenkaufprogrammes möglich erscheinen. Auch bei der US Notenbank scheint ein größerer Konsens zu bestehen, dass schon in diesem Jahr die Notwendigkeit für Zinssenkungen besteht. Daher waren im abgelaufenen Monat auch Staatsanleihen gefragt. Die 10jährige Bund-Rendite erreichte einen neuen Tiefstand bei -0,32% auch die 10J US Renditen notieren mittlerweile wieder bei knapp 2%. Gold konnte in diesem Umfeld profitieren und überschritt seit langer Zeit wieder einmal die 1.400er-Marke. Auch in den verfahrenen Handelsstreit mit China kam in Richtung Monatsende wieder Bewegung, was die Aktienmärkte zusätzlich befeuerte.  

Portfoliokommentar

Im Juni wurden keine Transaktion ausgeführt. Im Juli wurde regelbasiert ein Rebalancing auf die Zielallokation angestoßen. Nachdem die Aktienquote aufgrund der Kursgewinne stark angestiegen war, wird diese wieder auf die Zielquote zurückgeführt.

Ein aktuelles Factsheet der Strategie inkl. vergangener Wertentwicklung und aktueller Allokation finden Sie hier:

Performanceübersicht

Faktor Portfolio

Seit Jahresbeginn liegt die Entwicklung zum Stand 30.06.2019 bei 9,61 %

Faktor Depot

Seit Jahresbeginn liegt die Entwicklung zum Stand 30.06.2019 bei 6,17 %