Eingestellt am 2. März 2018 · Eingestellt in Alle Publikationen, Markteinschätzung

Die Aktienmärkte beendeten den Februar mit zum Teil deutlichen Verlusten. Der globale Aktienmarkt MSCI World USD verlor 4,1 Prozent und liegt somit für 2018 nur noch knapp 1 Prozent vorne. Die Frage aller Fragen lautet momentan: Wo befinden wir uns im aktuellen Konjunkturzyklus? Sollten wir das Hoch bereits überschritten haben und uns in der Phase des nachlassenden Wirtschaftswachstums befinden, so wird es an den Aktienmärkten nicht bei einer Korrektur bleiben. Sollte dies jedoch nicht zutreffen, befinden wir uns in einer ganz normalen Markt-Korrektur am Aktienmarkt und haben eine ausgezeichnete Kaufgelegenheit vor uns.

Abwärts-Phase

Seit dem Jahreshoch am Aktienmarkt haben einige Märkte in der Spitze bis zu 10 Prozent nachgegeben. Seitdem konnten sich die Märkte bereits deutlich erholen. Die Rentenmärkte sind aufgrund der steigenden Zinsen am Staatsanleihenmarkt leicht gefallen; besonders wenn man eine globale Perspektive einnimmt, ist der Verlust von -0,33 Prozent nicht exzessiv. Im Segment der Unternehmensanleihen ist der Stress des Aktienmarktes nicht angekommen. Die Unternehmensanleihen sind zwar aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus gefallen, doch die Risikoaufschläge gegenüber Staatsanleihen sind stabil oder sogar rückläufig. Auch wenn der Kursverlust bei einem Blick ins Depot immer weh tut, hat sich in den letzten Wochen nichts ereignet, was nach der langen Rally der letzten Monate nicht völlig normal wäre.

Der Fokus auf dem Rentenmarkt

Entscheidend für die zukünftige Entwicklung der Kapitalmärkte ist in erster Linie die Geldpolitik und der direkt damit in Verbindung stehende Rentenmarkt. Die Steuersenkung mitten in einer wirtschaftlichen Boomphase bringt die US-Notenbank in eine schwierige Situation. Es besteht die Gefahr einer Überhitzung der US-Wirtschaft und damit auch einer starken Beschleunigung der Inflationsdaten. Wie die Notenbank auf diese Risiken reagiert, ist die große Frage. Ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor ist die Neubesetzung des Vorsitzenden der US-Notenbank mitten in einer heiklen Marktphase. Das Risiko eines schnell steigenden Zinsniveaus könnte den bereits in die Jahre gekommenen Aktienmarkt aus der Bahn werfen. Die in vielen Aktienmarktsegmenten hohen Bewertungen müssten mit alternativen Anlagen am Rentenmarkt um Kapital konkurrieren. Je höher der Zins steigt, desto attraktiver werden Anlagen in Staatsanleihen und der Aktienmarkt sollte sich in diesem Umfeld schwer tun. Neben dem absoluten Zinsniveau ist auch der Risikoaufschlag für Unternehmensanleihen sehr wichtig. Hier sprechen wir von der Prämie, die ein Unternehmen für die Aufnahme von Anleihen gegenüber Staatsanleihen zahlen muss. In der Vergangenheit signalisierte der Anleihemarkt z.B. durch einen Anstieg des Risikoaufschlags eine bevorstehende Krise bzw. Rezession. Ein Blick auf die aktuelle Entwicklung des Risikoaufschlags für Unternehmensanleihen (Grafik unten) zeigt einen komplett entspannten Markt, dessen Risikoprämien in den letzten Wochen sogar weiter gefallen sind (in der Eurozone). Der Trend der letzten Jahre scheint hier ungebrochen. Für die kommenden Monate sollten Marktbeobachter jedoch verstärkt auf diesen Indikator blicken.

Fazit für Anleger 

Die aktuelle Marktkorrektur ist besonders unangenehm, da wir so lange keine größeren Kursverluste gesehen haben. Der zeitgleiche Anstieg der Zinsen trifft Anleger mit defensivem Risikoprofil besonders. Hinzu kommt, dass der spektakuläre Zinsverfall seit der Finanzkrise defensive und zinssensitive Vermögenswerte (z.B. Dividendenaktien) begünstigt hat. Daher sind diese in vielen Depots überdurchschnittlich stark vertreten. Eine zeitnahe Analyse der Depotzusammensetzung ist Anlegern daher anzuraten.  

Die Chancen stehen gut, dass wir nach einem reinigenden Gewitter eine Fortsetzung des Aufwärtstrends sehen. Dieser wird jedoch deutlich volatiler verlaufen als die letzten Monate und eine Rotation in zyklische Sektoren aufweisen.

Das Risiko, dass der aktuelle Kursrutsch eine Lawine von Verkäufen in Gang setzt, besteht ohne Zweifel ebenfalls. Oft entstehen Krisen aus für sich kleinen Marktereignissen, die jedoch eine Kettenreaktion in Gang setzen. Es ist allerdings im Vorhinein nicht möglich, diese Ereignisse zu benennen, da man oft Jahre der Analyse benötigt, um die genauen Zusammenhänge ex-ante zu identifizieren (siehe Subprime Krise).

Dennoch- auch wenn zweifellos Risiken bestehen- gibt es aktuell keine großen Stressindikatoren, die auf eine Krise oder Rezession hindeuten.

Für eine genaue Analyse Ihrer persönlichen Risikoneigung und Ihres Portfolios beraten wir Sie gerne im Rahmen eines kostenlosen Erstgesprächs.

 
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Über den Autor

Christoph Leichtweiß ist Geschäftsführer der YPOS Vermögensmanagement GmbH.