Eingestellt am 1. September 2017 · Eingestellt in Alle Publikationen, Markteinschätzung

Das aktuelle Börsenumfeld zeichnet sich durch seine historisch niedrigen Kursschwankungen aus. Sowohl am Aktien- als auch am Anleihemarkt ist die Volatilität weltweit extrem niedrig. Zieht man die Historie als Ratgeber heran, folgen oftmals Phasen extrem hoher Volatilität auf Perioden mit geringer Volatilität.

Oft kommt es anders…

Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich schnell auf neue Umstände einstellt und diese als Normalität betrachtet. Aktuell haben sich viele Anleger an die niedrigen Schwankungen gewöhnt und rechnen (zum Teil sicher unbewusst) auch damit, dass dieses Umfeld weiter anhalten wird. Es erscheint bei einer genauen Analyse dieser Situation logisch, dass Marktphasen mit sehr niedrigen Schwankungen das wahrgenommene Risiko gering erscheinen lassen und somit dazu führen, dass risikoreichere Anlagen (aufgrund der gefühlten Sicherheit) auch von eigentlich konservativeren Anlegern nachgefragt werden.

Wenn dann der Zeitpunkt gekommen ist an dem sich die Marktlage wieder normalisiert und die Schwankungen zunehmen, stellen viele Investoren fest, dass sie zu hohe Risiken eingegangen sind. Der Prozess der sich dann in Gang setzt, besteht aus einer plötzlichen Kettenreaktion. Alle Positionen, die nur auf Grundlage der gefühlten Sicherheit (niedrige Schwankungen von Anlagepreisen) getroffen wurden und sich über Monate oder Jahre aufgebaut haben werden schnellstmöglich verkauft. In der Folge steigt die Schwankung weiter und die Verluste werden größer.

Situation heute

Heute befinden wir uns genau an dem Punkt, an dem das gefühlte Risiko extrem niedrig ist. Gleichzeitig steigen die potentiellen Risiken aus der Marktphase der niedrigen Volatilität kontinuierlich an. Die zukünftigen Risiken erscheinen nicht ausreichend in den Marktpreisen reflektiert zu sein.

Dieses Marktverhalten ist maßgeblich durch die starken Eingriffe der Notenbanken hervorgerufen. Diese haben die Anleger in den letzten Jahren kontinuierlich so konditioniert, dass die Notenbanken immer zur Rettung eilen wenn es mal brenzlig wird. Doch die Notenbanken selbst könnten für die nächste Krise verantwortlich sein. Die Wende von einer extrem lockeren Geldpolitik zu einer Normalisierung ist sehr empfindlich und wurde bisher in dieser Form noch nie unternommen. Die Risiken, dass es dabei zu einer extremen Marktreaktion (Zunahme der Volatilität) kommen kann, sind nicht zu vernachlässigen.

Was kann der Anleger tun

Das wichtigste für den Anleger ist es, die eigene Risikobereitschaft zu kennen und die Anlagestrategie entsprechend an dieser auszurichten. In diesem Zusammenhang ist die Unterscheidung zwischen der Risikobereitschaft und der Risikowahrnehmung elementar: Während die Risikobereitschaft eine Charakteristik der jeweiligen Persönlichkeit ist, ist die Risikowahrnehmung genau der Faktor, der uns in Phasen geringer Schwankung glauben lässt, der Faktor Risiko sei geringer geworden. Die Risikowahrnehmung kann sich somit ständig ändern, je nachdem, welche Marktentwicklungen wir erleben und welche Berichte wir lesen.

Die Risikobereitschaft als konstantes Merkmal sollte im Zeitablauf immer wieder als Korrektiv herangezogen werden, wenn neue Entscheidungen getroffen werden.

Trotz schwankender Aktienmärkte (hier MSCI World Index) bleibt die Risikobereitschaft nahezu konstant. 

 

Abgesehen von der finanziellen Risikobereitschaft gibt es weitere Strategien, um Risiken in Portfolien zu begrenzen. Hierzu gehört u.a. eine breite Streuung über Vermögensklassen, Länder und Währungen. Zusätzlich hilft eine Analyse der bestehenden Vermögensstruktur, um versteckte Klumpenrisiken sichtbar zu machen und die Anlagestrategie hierauf auszurichten.

Insbesondere die detaillierte Analyse der Vermögensstruktur erfordert ein Verständnis für die Eigenschaften von Vermögenswerten und deren Verhältnisse untereinander. Das aktuelle Umfeld stellt eine Herausforderung dar, der mit den Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht hinreichend begegnet werden kann, so dass eine professionelle Beratung notwendiger denn je ist.

YPOS Kapitalmarkt-Dialog am 04. Oktober 2017

Konjunkturdaten, volkswirtschaftliches Umfeld, Anlageklassen und Portfoliokonstruktion. Der YPOS Kapitalmarkt-Dialog bietet Ihnen monatlich einen Überblick zu den wichtigsten Trends und Hintergründen an den internationalen Kapitalmärkten. Ersparen Sie sich viel Zeit und Lektüre von Wirtschaftsnachrichten und nutzen Sie unsere gesammelten Informationen. Am Ende des Webinars besteht die Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu richten.

Die nächste Webkonferenz „YPOS Kapitalmarkt-Dialog“, findet am Mittwoch, den 04. Oktober 2017 um 18.00 Uhr statt. Die Dauer beträgt ca. 45 Minuten.

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Über den Autor

Christoph Leichtweiß ist Geschäftsführer der YPOS Vermögensmanagement GmbH.